daß es in der Lebensmittelfrage nur einen günstigen Separatvertrag erzielen wolle, um dann aus Rücksicht auf Preußen und nament lich auf Österreich, auf das es wegen der Getreideeinfuhr be sonders angewiesen war, die allgemeinen Interessen nicht weiter fördern zu brauchen. Infolgedessen fanden die kleineren Regierungen die Lebensmittelfrage gar nicht mehr so brennend, obwohl sie es in Wirklichkeit war, und zogen die Verhandlungen absichtlich mit Diskussionen über belanglose Einzelheiten hin. Ganz bezeichnender weise stritt man sich z. B. während langer Wochen darüber herum, ob Schnecken, Grütze, Federvieh, (Obst, Heu und Stroh und dergl. den notwendigen Lebensmitteln beizuzählen seien. Das Mißtrauen gegen Bayern wuchs, als es im Juli 182 k erklärte, mit den Nebenius'fchen Tarif-Aufstellungen unmöglich ein verstanden sein zu können. Alan sprach es nun unverhohlen aus, daß Bayern sich wohl mit der Zeit, nachdem es die Verhandlungen unnütz lange hingezogen habe, von dem gemeinsamen Vorgehen trennen wolle, ein Vorwurf, den Bayern mit Entrüstung zurückwies. Es stand übrigens in seiner gegen Nebenius geübten Opposition nicht mehr allein. Auch Württemberg hatte mittlerweile das Prin zip des unbedingten Freihandels aufgegeben und sekundierte Bayern. Dies geschah auch in einer anderen mehr praktischen als allgemein theoretischen Frage. Nebenius verlangte die Verlegung aller maut amtlichen Behandlung an die Grenze, während Bayern und mit ihm Württemberg für das Lager- oder Packhaussystem war, das wir im allgemeinen heute noch befolgen: die importierten waren werden nach größeren, ihren letzten Bestimmungsorten nahe liegenden Tentren verbracht und dann erst verzollt. Nebenius' Ansicht aber verlangte die Verzollung gleich beim passieren der Zollgrenze. Man erkannte darin eine einseitige Bevorzugung badischer Städte. Rehl und Mannheim würden dadurch die großen Umschlagplätze ge worden sein und Sitz eines gewaltigen Speditionsverkehrs. wenn nun auch schließlich im März 1823 durch württem- bergische Vermittelung in dieser Frage ein Ausgleich zustande kam, so ergaben sich doch wieder über die Verwaltung, über das ll