14 benschen „Ländle" einen recht eindringlichen Schmuggelhandel nach Württemberg nnd Bayern sichern, wo alle solche Dinge schon eine erhöhte Besteuerung erfuhren. Gs klingt ja heute fast wie ein Märchen, daß einige damalige Bundesmitglieder teils mehr, teils weniger verschämt den Schmuggel begünstigten und damit ebensosehr die Rechtsbegriffe ihrer Unter tanen verwirrten, als sie eine gleichmäßige Zollverwaltung zur Unmöglichkeit machten. Neben Baden excellierten auf diesem Ge biete die anhaitischen Fürstentümer, Frankfurt, Sachsen-Coburg u. a. kleinere Staaten mehr, namentlich solche, die dem preußischen Gebiete benachbart lagen oder von ihm gar eingeschlossen waren. „So entstand unter dem Schutze der kleinen Höfe an den preußischen Binnengrenzen ein Urieg aller gegen alle, ein heilloser Zustand, von dem wir heute kaum noch eine Borstellung haben. Das Volk verwilderte durch das schlechte Handwerk des Schwärzens. Zn die zollfreien Packhöfe, welche überall dem preußischen Gebiete nahe lagen, traten alltäglich handfeste, braune Gesellen. Die Zacken auf Rücken und Schultern ganz glatt gescheuert, manch einem schaute das Messer aus dem Gürtel; dann packten sie die schweren Waren ballen auf, ein landesfürstlicher Mautwächter gab ihnen das Geleite bis zur Grenze und ein „Helf Gott" mit auf den bösen Weg. Der kleine Mann hörte sich nicht satt an den wilden Aben- teuern verwegener Schmuggler, die das heutige Geschlecht nur noch aus altmodischen Romanen und Zugendschriften kennt." (Treitschke.) Was aber hier in Bezug auf Preußens Nachbarn ge schildert wird, das galt ebenso von den kleineren und größeren Nachbarn Württembergs und Bayerns. Diese beiden Staaten nun hatten nicht vergessen, wie nahe sie in den Darmstädter Verhandlungen einander gestanden hatten. Warum also nicht den freilich in ganz anderem Sinne gemeinten Nebenius'schen Vorschlag benutzen und sich von den übrigen ab sondern? Zunächst hatte Württemberg seine eigene Position ver stärkt , hierin, wie wir sehen werden, ganz dem Vorbilde Preußens folgend, indem es im Frühjahr 182f die beiden Hohenzollernschen