Anarchie geherrscht. Auch war an die Spitze des Finanzministeriums Motz, ein Verwandter des preußischen Ministers getreten. Es war das eine böse, aber reichlich verdiente Demütigung des alten Tyrannen, der wenige Wochen nach Unterzeichnung des Vertrags zugunsten seines freilich auch nicht besseren Sohnes Friedrich Wilhelm abdankte (30. September 1831). Die Iulirevolution äußerte auch noch in zwei anderen Richtungen ihre Wirkung. Linen Monat nach ihrem Ausbruch, entstand die revolutionäre Bewegung, die Belgien von Lolland trennte. Letzteres hatte, wie schon früher gesagt, in völlig un gesetzlicher weise an den Rheinmündungen Zollstätten angelegt und auf die Mahnungen des Raffers Franz mit unverschämter Arroganz geantwortet. Auch Preußen hatte es anfangs mit mahnenden Noten, aber auch mit gleichem Erfolge versucht. Dann aber errichtete letztes für alle den Rhein heraufkommenden waren zu Köln einen Stapel und ließ Ende 1826 erklären, daß cs diesen nicht eher aufheben werde, als bis Holland sich der Rongreßakte von 1815 entsprechend der Rheinzölle entschlüge. Zwar hatten die Holländer das eine weile ausgehalten, waren aber schließlich doch mürbe geworden, wozu auch Mahnungen anderer Staaten, namentlich Rußlands traten. Die Schlußwirkung brachte aber doch die belgische Revolution, da Holland Hilfe von den von der Revolution nicht ergriffenen deutschen Staaten hoffte. Arn 31. März 1831 gab die Rheinschiffahrtskonvention den Handelsverkehr auf dem Rheine frei. Diese Wendung ließ das Interesse der britischen Regierung an dem mitteldeutschen verein erlöschen, zu dem sie durch das damals ja noch mit England verbundene Hannover in engerer Beziehung stände denn nunmehr konnte der englische Raufmann seine waren ungehindert und zollfrei bis Mannheim und mainaufwärts bis Frankfurt bringen. Somit war auch nach dieser Seite der mitteldeutsche Verein einer seiner Hoffnungeu beraubt worden. Der zweite Punkt, an dem die Iulirevolution einschneidende Wirkung übte, war das Rönigreich Sachsen. Die dort entstehenden