84 reform und die Aollverträge nach seinem Vorschlage wolle, würde der Zollverein gekündigt werden, fügten sich die süddeutschen Volkstribunen, und noch vor Ende Oktober fanden Zoll- und Wehrverein überall Annahme. Trotzdem bewiesen die süddeutschen Wahlen für das nun am 27. April \ 868 eröffnete Aollparlament, daß dort der Sondergeist in verschiedener Färbung noch vorherrschte. Neben 35 national gesinnten Männern wurden 50 ultramontane oder demokratische Partikularisten von dort nach Berlin entsandt. DieVersammlung nahm zwar diepandelsverträge, vor allem den neuen mit Österreich, und auch die Tabaksteuer an, aber trotz Bismarcks mehr als je zuvor und nachher entfalteten Liebenswürdigkeit beharrte die süddeutsche Opposition verdrossen auf ihren eigenen Wegen. Als der Darmstädter Metz den Antrag auf eine Adresse einbrachte, in der von der vollständigen Einigung des Vaterlandes die Rede war, wurde diese mit 180 gegen 150 Stimmen abgelehnt. Es war einem ultramontanen Württemberger namens Probst vorbehalten, mit heimlichem Schielen nach Frankreich vor der Ausdehnung der Befugnisse dieses Parlaments im nationaldeutschen ­ Sinne zu warnen, weil irgendwo an einem Berge eine Lawine hange, die durch solch einen Beschluß leicht ins Rollen gebracht werden könne. Da widerfuhr ihm — es war am 18. Mai 1868 — unter dem Zubel des pauses die stolze Abfertigung aus Bismarcks Munde: „Tin Appell an die Furcht findet in deutschen Perzen kein Echo." — Auch die Sessionen von 18(59 und vom Frühjahr 1870 erfüllten nicht die poffnung, daß aus dem Zollparlament ein „Vollparlament" werden möchte. Pandelsverträge ­ wurden genehmigt, Tarife verändert, die Zölle auf Reis und Roheisen herabgesetzt, auf Aasfee erhöht, aber der nationale Einigungsvorschlag, der doch von den Südstaaten ausgehen mußte — Badens alleinstehender Antrag durfte aus politischen Gründen nicht berücksichtigt werden — ließ noch immer auf sich warten. Da kam der Krieg gegen Frankreich und mit ihm die ersehnte ­ Einigung Deutschlands. Der Artikel 40 der Reichsverfassung.