44 Arbeit richtet. Beide arbeiten hauptsächlich für Rechnung eines Unternehmers oder einer Kundschaft. Hier denkt Le Play vorzugs weise an Heimarbeiter. Ihnen schließen sich zwei weitere Gruppen von größerer Selbständigkeit an, die hauptsächlich für eigene Rech nung arbeiten und fast ausschließlich von ihrem Unternehmerlohn leben. Das sind einmal die Pächter (ouvriers-tenanciers), die Grundstücke in Pacht haben und vom Roh- oder Reingewinn einen Zins an den Eigentümer zahlen. Und ferner gehören hierzu die kleinen gewerblichen Unternehmer (ouvriers chefs de metier), die für ihre Kundschaft oder auch für einen größeren Unter nehmer arbeiten (Beispiele Le Play’s sind: Handwerker, kleine Kaufleute, Wäscher, Lumpensammler usw., andererseits auch Gießer). Ihnen stehen die Eigentümer gegenüber, für die das Eigen tum an Grund und Boden kennzeichnend ist, was natürlich nicht aus schließt, daß sie auch mobile Werte besitzen wie die vorhergehenden Gruppen. Je nachdem sie aus ihrer Arbeit (als Dienstbote, Tage löhner usw.) oder aus der Ausbeutung ihres Eigentums ihren haupt sächlichsten Gewinn ziehen, bezeichnet sie Le Play als Eigentum besitzende Arbeiter (ouvriers-proprietaires, bei welcher Be zeichnung im einzelnen Falle das Wort ouvrier durch journalier, tächeron usw. ersetzt wird) oder als arbeitende Eigentümer (proprietaires-ouvriers). Le Play wollte lediglich den „sozialen Wert“ dieser ver schiedenen Gruppen der handarbeitenden Klasse feststellen, wobei ihm als wichtigstes Kriterium diente „die relative Fähigkeit, die jede dieser Tätigkeiten zeigt, um die sittliche Ordnung bei den sie ausübenden Familien zu erhalten“. Auswahl der einzelnen typischen Familie. Wenn eben ge sagt ist, daß die Arbeiter in ihrer gleichmäßigen Gebundenheit an die natürlichen und durch Sitte und Gewohnheit charakterisierten. Verhältnisse eine ziemlich homogene Masse bilden, so trifft das, wie wir oben sahen, nach der Überzeugung Le Play’s meist für ein be stimmtes räumlich begrenztes Gebiet zu. Je nachdem in einem solchen Gebiet der kleine Bauer oder der Pächter, der Haus- industrielle oder der Bergmann überwiegt, erachtet Le Play eine solche Familie als typisch für dies Gebiet. In anderen Gebieten, besonders in großen Städten, wird man schon weniger von einem Familien-Typus sprechen können. Le Play hat bei seiner Faminen- auswahl sich meist an Gebiete mit scharf zu erfassender Eigenart gehalten. Er will doch zeigen, daß zwischen den äußeren sozialen