53 ) 0. E., 1. Aufl., 22. möglich sein, oft werden sie aber auch von anderen minder wichtigen ­ Ausgaben zurückgedrängt. Als Beweis dafür, daß oft eine einzige Zahl der Haushaltsrechnung ­ mehr über den sittlichen Zustand ganzer Yolksklassen aussagt als lange Abhandlungen, erwähnt Le Play die Tatsache, daß ein Pariser Schitfsauslader 12 °/ 0 seines Einkommens verwendet, um sich zu betrinken, während er für eine sittliche Erziehung seiner Kinder keinen Pfennig opfert. So sagt Le Play auch einmal, daß die Beleuchtungsausgaben, unter gleichen klimatischen Verhältnissen, ein ausgezeichneter Maßstab ­ für die Häuslichkeit einer Familie seien; gewiß eine feine Bemerkung! ­ Solche Ergebnisse gewinnt nur der, welcher sich vergleichend ­ in diese Zahlen vertieft und hierdurch ein Verständnis erlangt, das keine Betrachtungsweise aus der Vogelperspektive, keine Statistik geben kann. Wir gelangen jetzt zu dem in jeder Monographie enthaltenen erläuternden Texte. An und für sich müßte nach Ansicht Le Play’s die Haushaltsrechnung selbst genügen, um den Leser über alle wissenswerten Punkte aufzuklären. Aber einmal gibt sich nicht jeder Leser die Mühe, aus Zahlen zu lernen, oder er kann es nicht; und ferner gibt es doch manche Tatsachen allgemeiner Art, die „dieser finanziellen Analyse des menschlichen Lebens“ entschlüpfen ­ oder dadurch nicht in ihrer wirklichen Bedeutung hervortreten ­ 1 ). Deshalb hat Le Play das beschreibende und erläuternde W ort hinzugenommen. Er teilt den Text in zwei Teile: der Haushaltsrechnung ­ gehen voraus „Einleitende Beobachtungen“. Es sind 13 Paragraphen, die Auskunft geben: über die Örtlichkeit im weitesten Sinne, meist auf geologischer Grundlage, über die Art des Arbeitsverhältnisses und die Familien-Organisation, sodann namentlich ­ über die persönlichen Verhältnisse der zu beschreibenden Familie. Das Budget der Einnahmen wird im Texte behandelt unter der Überschrift „Existenzmittel der Familie“. Daran schließt sich an die „Geschichte der Familie“, die nur selten über frühere Generationen ­ unterrichtet, sondern meist den üblichen Lebensgang eines Arbeiters der beschriebenen Art, seine „Existenzphasen“ schildert. Im letzten Paragraphen dieser einleitenden Beobachtungen behandelt