77 Die Wirklingen des wirtschaftlichen Vorwärtsstrebens, der auf opfernden Kraftanspannung im Dienste der eigenen Familie, die Wirkungen dieses Prinzips, das in der Neuzeit das vorherrschende geworden ist, wären mit Hilfe der Methode Le Play’s hei dessen weiterem Ausbau wohl zu messen gewesen. Aber sie paßten nicht in sein Schema der wesentlichen Elemente sozialer Glückseligkeit und blieben deshalb unverwertet. So ist die Methode Le Play’s über die Anfänge nicht hinausgelangt. 3. Die Monographie. Der Kähmen der Familie reicht nicht ans. In der Kritik, die Paul de Rousiers in dem schon er wähnten Artikel „L’ecole de la Science sociale“ an der Methode Le Play’s übt, betrachtet er die Tatsache, daß zwischen den Mono graphien Le Play’s und denen seiner Schüler sehr weitgehende Unterschiede bestehen, als einen Beweis für die allzu rohe Schemati sierung der Monographie seines Meisters. Während bei Le Play das Allgemeine und Wesentliche immer gut herausgearbeitet ist, geben die Schüler in denselben Paragraphen oft „kindliche Beobachtungen“ wieder oder solche von speziellem Interesse. Aus dieser Ungleich heit entnimmt de Rousiers, daß das Schema der Monographie viel zu weit ist und dem Beobachter nicht die nötigen Hilfen gibt. In Wahrheit liegt der Fehler noch tiefer: es fehlt eine strenge Me thode der Analyse wie der Synthese. Le Play hat diesen Fehler nie erkannt, sondern immer geglaubt, daß der gute Wille des Be obachters und die im Schema liegenden Anweisungen zur Abfassung einer guten Monographie durchaus genügen. Vor allem richtet sich die Kritik de Rousiers gegen den Teil der Monographie, der unter dem Titel „Verschiedene Elemente der sozialen Verfassung“ die außerhalb der Familie liegenden, von der Familie zur Gesellschaft hinführenden wesentlichen Bestandteile der Gesellschaftsverfassung enthalten soll. In dieser unsystematischen Betrachtungsweise, die auch in der Verschiedenheit der Überschriften in den einzelnen Monographien ihren Ausdruck findet, erblickt de Rousiers ein Eingeständnis der Schwäche, des Nichtkönnens. In der Tat liegt hier eine große Schwäche der Monographie vor und damit der ganzen Arbeit Le Play’s. Er selbst war wohl imstande, auf Grund seiner Erfahrungen und Beobachtungsgaben die wesentlichen Punkte richtig zu erfassen und hervorzuheben. So lange er lebte, hat er an allen Monographien, die seine Schüler fertigstellten, mitgearbeitet oder sie nachgeprüft. Er hätte also auf fällige Lücken, die sich in diesem Teile zeigten, entdecken und ev.