87 über seine vier Wände und die materiellen Genüsse hinausgehen. Daß solche kleinen, aber wie uns scheint, sehr wesentlichen Züge, vergessen werden konnten, liegt an der Art der Aufnahme. An und für sich wäre das Budget wohl geeignet, uns über solche Tatsachen zu unterrichten; unter den Ausgaben hätte der Beitrag für den Verein und die Ausgabe für die Zeitung erscheinen müssen und im Texte wäre das entsprechend zu erläutern gewesen. Le Play glaubt, daß es leicht sei, das Eigentum der Familien zahlenmäßig zu erfassen, obwohl diese dazu neigen, es zu verheim lichen. Vermietetes oder verpachtetes Eigentum und ausgeliehenes Kapital will er nach dem Zins berechnen. Es liegt aber doch nahe, daß von verheimlichtem Eigentum auch dieser Zins nicht oder nicht richtig angegeben wird. Darüber sagt Le Play nichts. Anderer seits ist es richtig, daß die in Betracht kommenden Familien meist ihr Eigentum selbst nutzen. Die Einnahmen wie der Kapitalwert werden danach berechnet, was sie nach Ortsbrauch zahlen müßten, wenn sie nicht Eigentümer wären. Ein anderer Mangel des Budgets ist, daß die Bewertung des Vermögens sich erschöpft in der Angabe des Verkaufs wertes. Sehr wichtige Fragen bleiben dabei unbeantwortet, vor allem die nach der Herkunft des Vermögens: ob Erbschaft des Mannes oder Mitgift der Frau oder Ersparnis beider. Ganz willkürlich sind aber selbst die Angaben des Verkaufswertes da, wo sich überhaupt noch kein solcher Wert gebildet hat; also z. B. bei den Baschkiren der asiatischen Steppe, wo der Boden alle 15 Jahre neu aufgeteilt wird. Hier hat Le Play einfach einen Verkaufs wert für den Grund und Boden konstruiert. Eine zweifelhafte Berechnung ist auch die des Ertrags aus den sogenannten „Subventionen“. So berechnet er z. B. den Wert der Nutznießung an einer Weide folgendermaßen: er nimmt in diesem Beispiel an, daß die Familie eine Kuh hält; allen Einnahmen, die die Familie von der Kuh hat, stellt er alle Ausgaben gegenüber; die Differenz ergibt den Wert der Weidegerechtigkeit und enthält außerdem noch den ganzen Unternehmerlohn aus dieser Tätigkeit. Da es sich aber immer nur um geringe Summen handelt, glaubt Le Play, daß bei der Scheidung dieser beiden Faktoren keine erheb lichen Fehler unterlaufen könnten. Immerhin läßt diese Berechnung die notwendige Genauigkeit vermissen. Die gewerblichen Arbeiten, welche für eigene Rechnung der Familie unternommen werden, nennt Le Play „gymnastique de la