bejaht wurde, und die Notwendigkeit einer Beschleunigung dieser Angelegenheit durch die zahlreichen Anträge, und Petitionen von dem badischen Volke dringend verlangt wurde. Wohl waren damals im Großherzogtum zahlreiche Privat bankiers ansässig, aber deren Geschäftsbetrieb und Kapital kraft war größtenteils so unbedeutend, daß sie für eine größere Kreditoperation nicht in Betracht zu ziehen war. Diese Privat bankiers hatten ihre bankmäßigen Geschäfte meist einem ihren Haupterwerb darstellenden kaufmännischen Betrieb angeschlossen. Oft sind es Produktenhändler (Tuchwaren, Spezereihändler etc.), die in ihrem „Nebenkontor“ Geschäftswechsel an- und verkauften, ausländische Münzen in Landeswährung oder um gekehrt eintauschten und hin und wieder gegen hohe Zinsen kleinere Darlehen an ihre Geschäftskunden ausliehen. Selbst verständlich unter Ausschluß jedweden Risikos, da sie über die Kreditfähigkeit ihrer wenigen Kunden aufs genaueste instruiert waren. Derartige „Kaufmannsbankiers" waren in Baden haupt sächlich in den kleineren Städten vertreten,; wenn auch ihre Kreditgeschäfte kaum in Betracht zu ziehen sind, so hat sich doch nach und nach manches renommierte Bankhaus aus solchen kleinen Anfängen entwickelt. Sehr häufig finden wir Speditions firmen, die Geldgeschäfte ihrem Unternehmen angliedern. So haben sich speziell in Frankfurt a. M. eine Anzahl altrenom mierter Bankhäuser entwickelt. Dies ergibt sich aus der Art des Geschäftsbetriebs der Spediteure. Mit der Kreditgewährung der zum Transport übergebenen Waren unter Aushändigung derselben an die Bestimmungspersonen gegen Einkassierung der Valuta war der Grund gelegt für einen regelrechten Wechsel verkehr. Aber fast alle diese Privatbankiers wandten sich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem bisher fast ausschließ lich geübten Wechsel-Kreditgeschäft ab, um dem lohnenderen Effektenhandel sich zu widmen, Effekten- und Arbitragegeschäfte wurden jetzt allseits bevorzugt. Die Kreditgewährung an Handel und Industrie trat immer mehr in den Hintergrund. Viele unter ihnen waren nicht viel mehr als reine Vermögensverwalter. 15