30 neuen Weg ein. Sie wandelte die in Betracht kommende Provinzbank nicht sofort in eine ihrer Filialien um, sondern suchte sie durch Aktienerwerb oder Aktienaustausch sich anzugliedern. Was hierbei besonders ins Auge fällt, dem auf diese Weise an gegliederten Institut wird seine äußere Selbständigkeit im weitesten Umfange belassen, und nur durch Herstellung einer Personalunion in den beiderseitigen Aufsichtsräten, eventuell auch nur durch einseitige Bestellung einer oder mehrerer Aufsichtsrat stellen, wird der Konnex hergestellt. Hierdurch läßt sich dannäus- serlich der Grad der inneren Abhängigkeit erkennen. Ist dieses Stadium erreicht, so sucht die Großbank ihren Einfluß auf die Geschäftsleitung der Provinzbank auszudehnen und zu stärken. So war es auch in diesem Fall. Die Interessensphäre der Ober rheinischen Bank, welche sie mit der Mannheimer und Heidel berger Industrie eng verknüpfte, mußte erhalten bleiben und zugleich nach der Deutschen Bank hinübergreifen. Die Berliner Großbank erreichte es auch gleich von Anfang an, einen gra vierenden Einfluß auf das Mannheimer Institut sich zu sichern. Hierfür spricht auch der Umstand, daß die Oberrheinische Bank gewissermaßen als Dankesleistung für die von der Deutschen Bank übernommene und garantierte Kapitalserhöhung letzterem Institut eine Aufsichtsratstelle überließ, was umgekehrt keines wegs der Fall war. Es war der Oberrheinischen Bank jedoch gestattet (dies um die Abhängigkeit äußerlich zu verwischen), daß eines ihrer Direktionsmitglieder einmal monatlich an den Gesamtdirektoriumssitzungen der Berliner Großbank teilnahm, was aber keinesfalls einem Äquivalent gleichkam. Durch die bezeichnete Aufsichtsratstelle im Mannheimer Institut hatte die Deutsche Bank ein Mittel in die Hand bekommen, gegen alle größeren Emissions-, Erweiterungs- oder sonstigen Kreditpläne der Ober rheinischen Bankdirektion, die etwa ihrem Geiste zuwiderlaufen könnten, rechtzeitig ein Veto einzulegen. Weiterhin verdankt aber auch die Oberrheinische Bank hauptsächlich diesem Spiri tus rector ihre von jetzt ab folgende beträchtliche Entwicklung. So verstand es das Berliner Institut, die Oberrheinische Bank bei dem energischen Ausbau eines intensiv verzweigten Filial