45 eine Neuemission junger Aktien im Betrage von 10000800 Mk., so daß sich das Aktienkapital bis ersten Oktober 1899 auf rund 40 Mill. erhöhte. In dem Geschäftsbericht für 1900 kündigt die Rheinische Creditbank bereits eine neue in den Mannheimer Industrie kreisen ziemlich aufsehenerregende Fusion mit der alt angeses senen Aktiengesellschaft „Mannheimer Bank" an. Hier wurde eine für die neueren Konzentrationsbestrebungen im deutschen Bankwesen charakteristische Form gewählt. Das fusionierte Unternehmen behält von nun an eine gewisse formelle Selb ständigkeit, die jedoch nur rein äußerlich zur Geltung kommt. Dieser moderne Modus war erstmals von der Direktion der Disconto-Gesellschaft gewählt worden, gelegentlich der Fusion dieser Großbank mit der Norddeutschen Bank zu Hamburg im Jahre 1896. Er birgt zweifellos große Vorteile in sich, wie dies aus vorliegender Fusion (Rheinische Creditbank — Mannheimer Bank) effektiv hervorgeht: Dadurch, daß die Firma Mannheimer Bank, die bereits seit 1868 bestand und sich durch einen festen Kundenstamm in Mannheim eingebürgert hatte, erhalten blieb, wurde eine Ver minderung resp. ein direkter Abzug des alten Kundenkreises hintangehalten, wie dies erfahrungsgemäß beim vollständigen Erlöschen einer alten Firma stets zu beobachten ist. Der völ ligen Übernahme des fusionierten durch das fusionierende Unter nehmen am selben Platze stehen verschiedenerlei Hindernisse technischer und verwaltungstechnischer Natur entgegen, einmal durch Vergrößerung der inneren Betriebseinrichtungen, dann hauptsächlich aber durch die hierdurch bedingten Erweiterungs oder Neubauten der Bankgebäude (Vergrößerung der Tresoran lagen etc.), ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die in dem lokalen Bankbetrieb durch die plötzliche Aufnahme eines großen Kundenkreises entstehen. (Ein Ausweg hätte sich noch geboten durch Umwandlung der Mannheimer Bank in eine direkte Filiale. Dem steht aber das deutsche Aktiengesetz entgegen, wonach einer A.-G. eine Zweigniederlassung am selben Orte nicht zu steht.)