\ 61 Neben dieser inneren Kräftigung erfuhr dann das Institut eine bedeutende Erweiterung seines Kundenkreises und seines geschäftlichen Einflusses durch die Fusion der Süddeutschen Bank. Hand in Hand hiermit ging eine erhebliche Steigerung ihres Gewinnerträgnisses. Denn zu dem bisherigen Bruttoge winn der Pfälzischen Bank treten nun dauernd die Erträgnisse der Süddeutschen Bank, die zugleich auf das gleich hohe Aktien kapital zur Verteilung kamen, da das reduzierte Kapital der Pfälzischen Bank durch Umtausch der Süddeutschen Bank-Aktien sofort wieder auf dieselbe Höhe gebracht war. Zugleich ist sowohl durch die umfangreichen Abschreibungen auf Debitoren-, Effekten- und Konsortialbestände als auch be sonders durch die Ansammlung bedeutender stiller Reserven eine Gewähr dafür geboten, daß die Erträgnisse der Bank nicht mehr in erheblichem Maße .zur Abschreibung verwendet werden brauchen und so indirekt der Fusionsgewinn einer Stabilisierung der künftigen Dividende zugute kommt 1 ). Daß beabsichtigt ist, die Gemeinsamkeit der Interessen nicht nur in der unten näher beschriebenen Zusammenlegung der Gewinne gipfeln zu lassen, sondern sie auch vor allem auf möglichste Gemeinschaft der Geschäftsprinzipien auszudehnen, wird bezeugt durch die bei diesem Anlaß vereinbarte Personalunion. Es fanden folgende Übergänge von Aufsichtsrat und Direk tionsmitgliedern der sich zusammenschließenden Banken statt: Von der Rheinischen Creditbank traten der Direktionsvorsitzende Dr. Brosien — in gleicher Eigenschaft — und Direktor Dr. Jahr in den Vorstand der Pfälzischen Bank ein. Seitens der Pfälzischen Bank wurde Direktor Schayer in das Vorstandskollegium der Rheinischen Creditbank gewählt. Ebenso ist der Aufsichts rat-Vorsitzende der Rheinischen Creditbank Dr. Reiß in den Aufsichtsrat der Pfälzischen Bank, während von letzterer Rudolf Dacque und Kommerzienrat Eswein, der von seinem bisherigen Posten als Generaldirektor am 1. Juli 1911 zurücktrat, in den Kreis der Aufsiehtsräte der Rheinischen gewählt worden, 1) Vgl, die Artikel im Deutschen Ökonomist Nr. 1500 und 1511 Jahrg. 1911: Fusion und der Einfluß auf Dividende.