42 — während sie in dem benachbarten Augsburg blüht. Aber die Textilindustrie braucht, wie wir schon bemerkten, einen bil ligen Arbeiterstamm und dieser fehlt München: der Arbeits kostenfaktor bestimmt hier den Standort. Deshalb mangelt ;es ihm auch vollständig an jenen Fabriken, welche die Ma schinen und Maschinenbestandteile für die Spinnerei, Weberei, Färberei und andere einschlägige Arten herstellen. Sie müs sen, um mit anderen Maschinenfabriken konkurrenzfähig zu sein, möglichst konsumorientiert erscheinen, damit die hohen Transportkosten der Rohmaterialien nicht noch durch die eben so hohen Kosten der Verfrachtung der fertigen Maschinen ver doppelt werden. Allgemein aber wird es interessieren, daß entgegen den statistischen Angaben des Amtes der Stadt Mün chen (Heft 13, Band XXII.) in München der Schiffsbau betrie ben wird. Die Firma Maffei baute schon 1847 das erste für die Donau bestimmte Dampfschiff, dem bald eine stattliche An zahl größerer und kleinerer Schiffe für den Bodensee, Starn berger und Ammersee, den Chiemsee, für die Donau, den Neckar und andere Flüsse folgten, die teils in der Maffeischen Fabrik vollständig erbaut wurden, teils in der Maffeischen Schiffswerft in Regensburg auf Stapel gelegt und von dem Maffeischen Eisenwerk Hirschau mit den notwendigen Dampf maschinen, Kesseln und Zubehörmaschinen versehen wurden. Auch die Fabrik von Jos. Rathgeber hat für den Bodensee, Würmsee, Ammer- und Chiemsee für zwölf Dampfbote die Herstellung der Verdecke, Ausstattung der Salons und Kabinen übernommen und auch sonst noch eine Reihe von Bauten und Umbauten von Schiffen vorgenommen. Auch die Herstellung von Fahrrädern kommt mit Aus nahme eines Betriebes, der Fahrradwerke in Riesenfeld, nicht mehr in Betracht, da diese Betriebe erheblich zurückgegangen sind und heute nur noch als Allein- oder Kleinbetriebe gerechnet werden. Ein einziger Betrieb ist, wie angedeutet, vorhan den, welcher mit etwas über 50 Arbeitern zu den Mittelbetrieben gezählt werden muß. Dies erklärt sich für München speciell aus der geringer gewordenen Verwendung des Fahrrades zu Sportzwecken. Dabei kommt auch für die minderbemittelten Bevölkerungsklassen, namentlich der Arbeiter, die dasselbe als