52 energisch verfolgendes Ganze bilden. Der Bund der chemigraphischen Anstalten Deutschlands, stellt vertragsgemäß nur organisierte Arbeiter ein. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer haben ­ sich vertraglich verpflichtet, alle Interessen dieser Industrie gemeinsam zu fördern. Strittige Fragen werden durch Tarifausschüsse ­ der Ortsgruppen, das oberste Tarifamt und Schiedsgerichte ­ entschieden. Ein gemeinsam organisierter Arbeitsnachweis ­ regelt Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage. Arbeitszeit ­ und Arbeitslohn, Entlohnung der Überarbeitszeit, die Aufkündigung, das Lehrlingswesen und die Arbeitsordnung sind durch gemeinsame Tarifbestimmungen auf das genaueste geregelt. ­ Sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sorgen für die Einhaltung einer von den Arbeitgebern gemeinsam festgestellten ­ und vereinbarten Preiskonvention. Das Hand in Hand gehen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Grund gegenseitiger ­ Verträge, die sogenannte Tarifgemeinschaft, hat sich in München bisher auf das beste bewährt, und so wirkt die durch die Erfindung der Autotypie ins Leben gerufene Industrie auch $uf dem Gebiete des sozialen Fortschritts vorbildlich und aneifernd. („Bayrisches Industrie- und Gewerbeblatt.“ 1909). Von den vielen mittleren und Kleinbetrieben auf dem Gebiete der Graphik wollen wir hier ganz absehen und nur noch einen Großbetrieb anführen, dessen Leistungsfähigkeit als Kunstinstitut auf den verschiedensten Gebieten der modernen ­ Reproduktionstechniken weltberühmt ist, die Graphischen ­ Kunstanstalten Bruckmann A. G. Sie beschäftigen ­ 125—150 Arbeiter, die ebenso den Bedingungen des allgemeinen ­ Tarifvertrages unterworfen sind wie alle auf diesem Gebiete tätigen Personen überhaupt. Der Gesamtabsatz verteilt sich in Prozenten berechnet auf: München zu ca. 20, Deutsches Reich 60 und Ausland 20 pro Hundert des Gesamtumsatzes. Die Anstalt hat von jeher dem Illustrationsdruck ihr besonderes Augenmerk zugewendet und zwar nicht nur dem einfarbigen von Holzschnitten und von Autotypien, sondern speziell dem Drei- und Vierfarbendruck, ­ demjenigen Verfahren, dem vermöge seiner künstlerischen ­ Wirkung ebensosehr wie auch seiner Einfachheit und relativen Billigkeit wegen neuerdings vielfach der Vorzug vor