55 Gesamten sind bei Knorr und Hirth stets 430—450 Arbeiter beschäftigt, darunter durchschnittlich 330—340 männlichen, 80—90 weiblichen Geschlechts und etwa 10 jugendliche Arbeits kräfte, d. h. Arbeiter bis zu 16 Jahren. Die angelernten Ar beiter übertreffen mit 70 o/o der Gesamtarbeiterschaft die un gelernten Arbeiter, die bloße Lohnarbeiter im Tagelohn sind, bei weitem. Auf die einzelnen Löhne einzugehen, erübrigt sich, da dieselben nach dem allgemein bekannten mustergültigen Buchdruckertarif geregelt sind. Diese beträchtliche Zahl von Arbeitskräften zusammen mit erheblichem Kostenaufwand ist heute nötig um allen Anfor derungen gerecht zu werden. Das Haus Knorr und Hirth hat, sich aus kleinen Anfängen zu einer der bedeutsamsten Anstalten dieser Art emporarbeitend, mit dem Aufblühen der Technik wacker Schritt gehalten, stets gebessert und ergänzt, immer das Beste und Neueste in maschinellen, baulichen und sozialen Einrichtungen sich angeeignet und steht wohl heute als mustergültiges Unternehmen da. Die Anstalt steht nicht nur in allen Zweigen des Buch- und Kunstdruckes auf voller Höhe der Zeit, sie umfaßt auch, wie schon bemerkt, eine der größten und besteingerichteten Zeitungsdruckereien Deutschlands. „Gestützt auf viele hundert ständiger Mit arbeiter in allen Teilen des Reiches, insbesondere in Süddeutsch land, berichten die Münchner Neuesten Nachrichten über die Tätigkeit der Regierungen und der Gesetzgebung, über die Bewegung der Parteien und nehmen als liberales Organ in unabhängiger Kritik zu den Tagesfragen Stellung, in freimütiger Vertretung der liberalen Grundanschauungen, in unnachsicht- licher Bekämpfung jeglicher Beengung der staatsbürgerlichen Freiheit durch reaktionäre Übergriffe jeder Art, in unver drossener Förderung der Wohlfahrt aller Deutschen, gleich viel welcher Weltanschauung und Konfession sie sind, und in einer nachdrücklichen Wahrung der Wehrkraft des Reiches zu Lande und zur 1 See.“ So kann es nicht wundernehmen, daß das Blatt seit dem Beginn der achtziger Jahre einen außer ordentlichen Aufschwung nahm; wenn 1876 die Auflageziffer 26 700 betrug, so beträgt die noch stetig im Steigen begriffene Auflageziffer heute über 100 000. Aber nicht nur diese Ziffer