werksmeister befinden; deshalb ist auch der Arbeiterwechsel geringfügig. Die Lohnverhältnisse sind durch Tarifvertrag fest gelegt und bewegen sich zwischen 50—72 Pfennig Stunden lohn. Akkordarbeit ist nicht eingeführt, ebenso werden keine Lehrlinge gehalten, da beides mit künstlerisch-vollkommener Arbeitsleistung nicht in Einklang zu bringen ist. Den Arbeiter ersatz vermittelte des öfteren der von dem deutschen Holz arbeiterverband unterhaltene Arbeitsnachweis, doch ist der Be trieb nicht an seine Benützung gebunden. Die Maschinen arbeit macht ungefähr 10 o/o des Schreinerlohnes von jedem einzelnen Stücke aus, denn die Maschine soll nur die gröbsten Arbeiten verrichten und die Handarbeit im Fabrikationsprozeß durchaus vorherrschend bleiben. Trotzdem laufen 7 Maschinen im Betriebe. Die Band- und Kreissäge, Bohr- und Frais maschine, sowie eine Dicktenhobelmas.chine — das mit der Kreissäge aufgeschnittene und abgerichtete Rohholz wird mit tels der Dicktenhobelmaschine geglättet und die verleimten Bretter durch dieselbe Maschine zu gleicher Stärke gepreßt — empfangen ihren Antrieb durch einen Industriearm der Isar, dessen Wasserkraft in 20 PS ausgenutzt wird. Außerdem hat der Betrieb einen Anschluß an das Leitungsnetz der Stadt, um bei einer Regulierung der Isar keine Betriebsstockung zu erleiden. Die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst liefern nur an Private direkt. Ihre Abnehmer sind Militär, Akade miker, Künstler, Kaufleute, Beamte etc. Etwa 60 o/o der Lie ferungen erfolgt nach außerhalb, nach Süd- und Westdeutsch land, was auf die Tätigkeit der Dresdener Abteilung zurück zuführen ist. 35 o/o kommen auf das Ausland und nur 5 °/o entfallen auf das Platzgeschäft, das in erheblichem Umfang auf das reisende Publikum angewiesen ist, denn die Konkurrenz, die für sich schon sehr groß ist für das aufblühende Geschäft, wird noch vermehrt durch die Tätigkeit einzelner geschickter Schreinermeister. Wie sehr diese Werkstätten sich auf die Künstlerschaft Münchens stützen, zeigt der Umstand, daß sie in ihren Verkaufshallen hervorragende Arbeiten neuerer Hand werkskunst ebenso wie gute Einzelarbeiten von Künstlern und Kunstgewerblerinnen, die sie ausfindig machten, dem Publikum 6*