108 wandt und sicher lesen können. So hat sich eine besondere Art von talentierten Arbeitern in der Fabrik herausgebildet, die trotz allem ihren Organisationen nicht fern bleiben. Fassen wir diese Ergebnisse unserer Untersuchung zu sammen, so läßt sich wohl mit Recht die sozialpolitische Be deutung des großen Fabrikunternehmens betonen. Die Fabrik entstand zu einer Zeit, als die Industrie in München eben erst im Erwachen begriffen war. Daß heute die Kunstmetropole dennoch die größten Lokomotivenfabriken des Kontinents ihr eigen nennt, daß die Arbeiterschaft dieser Großbetriebe ganze Vorstädte Münchens bevölkert, daß auf allen Schienenwegen die Erzeugnisse dieser Fabriken das Land durchfahren, das sind sozialpolitische Werte, die für das bayerische Land und für München selbst von unschätzbarer Bedeutung sind, und die seitens der regierenden Fürsten sowohl wie der Behörden stets richtig erkannt und in ihrer Wichtigkeit anerkannt worden sind. Während, wie wir sahen, die Firma J. A. Maffei neben Lokomotiven noch andere Maschinen, Dampfkessel, Dampf turbinen und die mannigfachsten Werkzeugmaschinen her stellte, beschäftigte sich die Lokomotivfabrik Krauß & Comp. Aktiengesellschaft seit ihrer Gründung aus schließlich mit dem Bau von Lokomotiven von sehr verschie denem Typus. Diese Lokomotivfabrik wurde als Kommanditgesellschaft am 17. Juli 1866 von Georg Krauß, dem ehemaligen Ober maschinenmeister der Schweizerischen Nordostbahn, unter Mit wirkung von vorwiegend den Handels- und Industriekreisen der Nachbarstadt Augsburg angehörigen Interessenten ins Leben gerufen. Sie entstand deshalb in München, weil die Fabrik größtenteils für die bayerischen Staatsbahnen arbeitete und doch am Sitz der bayerischen Verkehrsverwaltung den besten Standort haben mußte, weil hier die Verfrachtung des Fertig produktes wegfiel, welches nach einer Prüfung direkt ab Fabrik übernommen wurde. Die Fabrik, welche sich bei ihrer Grün dung schon einem dichten Eisenbahnnetze und einem stärkeren Lokomotivenpark gegenübersah, mußte von Anfang an ebenso für den Export arbeiten. Dank der Vorzüglichkeit der Fabri