12 dingt nötigen Stickstoffdüngemittel gegenüber den von ihr früher gezahlten ­ Preisen irgendwie verteuert werden. Die Berechnung der Produktionskosten ­ der neuen Anlagen ergibt vielmehr, daß die Landwirtschaft ­ auf die Dauer zu geringeren als den bisherigen Preisen mit Stickstoff versorgt werden kann. Eine Sicherung der Rentabilität der neuen Anlagen und damit die dauernde Erhaltung der Vorteile kann nur dadurch gewährleistet werden, daß die Möglichkeit einer Einführung ­ eines Stickstoffhandelsmonopols geschaffen wird. Bei der Notwendigkeit ­ eines schleunigen Vorgehens bietet sich fetzt nur der eine Weg, daß dem Bundesrat durch ein Gesetz die Ermächtigung erteilt wird, ein Handelsmonopol einzuführen. Die vom Bundesrat zu erlassenden ­ Vorschriften werden nur als ein Notgesetz anzusehen sein. Über ein endgültiges Gesetz werden zu gegebener Zeit die beiden gesetzgebenden ­ Körperschaften des Reiches zu beschließen haben." Die Sicherung un- Soweit der Gesetzentwurf. — Erwägen wir zuseres Stickstoffbe- nächst, ob das für ihn in den Vordergrund gestellte darfs und ihre Not- Ziel, die „Erhaltung dieser in Kriegszeiten gewendigkeit. schaffenen, für die Sicherung des Ernteergebnisses der Landwirtschaft und des Rohstoffbedarfs der Sprengstoffherstellung überaus wichtigen Stickstoffindustrie auch nach dem Kriege" als für Deutschland erstrebenswert, ja, als notwendig anzusehen ist? Die Antwort kann Wohl nur bejahend lauten. Denn mag der Krieg noch so erfolgreich für unser Vaterland verlaufen, die Zeit ewigen Friedens ­ wird ebensowenig hereinbrechen, wie etwa nach den Kriegen von 1813/15 und 1870/71. Im Gegenteil; je weniger unsere Feinde ihre Hoffnungen erreicht haben, je härter sie nach Friedensschluß die selbstverschuldeten ­ Folgen des Krieges empfinden, je mehr das Dogma von der Minderwertigkeit alles Deutschen aus der Auslandslügenpresse in breite Volkskreise überging, um so leichter wird es dort gelingen, bei einer anscheinend günstigen Gelegenheit den Versuch eines erneuten Waffenganges ­ bei Regierung und Bevölkerung ratsam erscheinen zu lassen. Zudem wird für unseren Gegner im Osten bis auf weiteres stets die Zeit mit dem dort vorhandenen großen Geburtenüberschuß arbeiten. Daß aber die Heeresverwaltung und die Sprengstoffindustrie besser durch eine lebenskräftige Stickstoffindustrie für den Notfall gewappnet fein werden und sein müssen, als durch etwa zu erhaltende große