18 nung deutscher Empfindlichkeit und zur Sicherung einer festeren Stellung gegenüber Gegenmaßnahmen der deutschen Regierung auch amerikanisches Kapital beteiligen würde. — Eine dritte, augenblicklich noch ferner liegende Möglichkeit der inländischen Salpeterherstellung aus Ammoniak wird später noch berücksichtigt, indes läuft auch sie leicht auf ein Privatmonopol hinaus. Somit, wie auch die Zukunft für den Stickstoffmarkt Deutschlands sich gestalten mag: Sehr wahrscheinlich wird eine Monopolbildung ein treten. Wer daher das Monopol an sich fürchtet und bekämpft, der mache sich klar, daß er nicht fein Kommen verhindern, sondern nur die Form, die es gewinnen wird, und die Stelle, welche den Ertrag einsammeln darf, zu beeinflussen vermag. Da dürfte es wohl vorzuziehen fein, daß das Reich in weitem Umfange an den zu erhoffenden Erträgen teilnimmt, anstatt allein deutsches, oder noch wahrscheinlicher, auslän disches Großkapital. Zumal für unsere heimische Landwirtschaft ist die Beteiligung des Reiches wichtig, uni nicht nur rein privatwirtschaft liche, sondern auch die wichtigen Interessen der Volksernährung und der Erhaltung der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft berücksich- tigt zu wissen. Doch auch unsere Stickstoff verbrauchende Industrie, möge sie nun Bedürfnis für Salpeter oder Ammoniak haben, wird aus der rücksichtslos über Recht und Verträge hinweggehenden Kampfes weife der Engländer im Wirtschaftskrieg wohl genug gelernt haben, um zu wünschen, keinesfalls von einem letzten Endes englischen Stickstoff monopol abhängig zu werden. Daher kann bei ruhiger und möglichst vorurteilsfreier, sowie unbeeinflußter Überlegung die Entscheidung für ein Reichs-Stickstoffmonopol nicht lange zweifelhaft sein. Anders mag sich aber die zweite Frage beantworten, ob das von der Staatsregierung vorgeschlagene Handelsmonopol sich nun als der beste Weg erweisen wird, aus Schwierigkeiten der Zukunft Zukunftsvorteile zu gestalten. Die Gestaltung des Die Art und Weise, wie das bisher vor- Handelsmonopols. geschlagene Handelsmonopol sich gestalten soll, ist zunächst noch durchaus dunkel. Zwar darf man anneh men, daß dabei die Benutzung der Organisation großer, schon vorhandener Jnteressentengruppen geplant ist, aber eine ganze Unzahl wichtiger Fragen nach der Durchführung konnten noch nicht einmal zur flüchtigen Besprechung in der Öffentlichkeit gelangen, weil die voraus-