21 floss zu fällen. Indessen muß man doch sagen, daß sie durchgehends noch sehr hoch sind, gemessen an den Nachrichten, die ein leidlich gut unterrichteter Beobachter sich verschaffen konnte, ohne allerdings damit die absolute Sicherheit fehlerfreier Kenntnis zu besitzen, bei Haberschem Am billigsten wird zweifellos Habers Ver- Ammoniak. fahren das Kiloprozent Stickstoff herstellen. Ob es dabei möglich ist, sämtlichen erforderlichen Wasserstoff als Neben produkt anderer Industriezweige von chemischen Fabriken, und so natürlich besonders billig zu erhalten, scheint zweifelhaft, kann aber im Laufe der Zeit möglicherweise in immer größerem Umfange durchführbar werden. Aber auch abgesehen davon steht es ziemlich fest, daß die Badische Anilin- und Sodafabrik das Kiloprozent Stickstoff in Form des schwefelsauren Ammoniaks für 50 Pf. herstellen kann. Sie würde demnach bei einem Verkaufspreise von 1,08 M, wie ihn die oben genannten Höchstpreise festsetzen wollen, immer noch nicht wenig über die Hälfte des Verkaufspreises verdienen, vom Doppelzenter schwefele saures Amruoniak nahezu 12,60 Ji. Die staatlichen Fabriken müßten entweder für schwefelsaures Ammoniak nach Haber ganz ungeheuer lich viel teurer arbeiten, was wohl kaum wahrscheinlich ist, oder aber sehr stark mit Patentgebühren belastet sein, was ja auch nicht in solchem Umfange in Frage kommen kann, sollten sie das Kiloprozent Stickstoff im schwefelsauren Ammoniak nach Haber nicht weit unter dem oben angeführten Höchstpreis von 1,08 Jl zu liefern vermögen. Es mag angenommen werden, daß sie nur wenige Pfennige mehr als die Ba dische Anilin- und Sodafabrik zur Herstellung brauchen dürften. bei Kalkstickstoff. Die Kalkstickstoffgewinnung hat sich, soweit inan hörte, in den letzten Jahren durch bessere Ausnutzung von Neben produkten und einige andere Umstände weniger kostspielig gestaltet als früher. Immerhin fehlt es weitgehend an sicheren Unterlagen für die Beurteilung der Kosten der Herstellung eines Kiloprozents Stickstoff. Ob die Annahme, daß eine der jedenfalls kleineren'Fabriken das Kilo- prozent zu 70 Pf. zu liefern vermag, durchaus zutrifft, kann ich nicht sagen. Immerhin hat diese Zahl einige Wahrscheinlichkeit für sich. Soweit größere oder gar größte Anlagen in Betracht kommen sollten, darf man wohl mit Sicherheit dann auf noch niedrigere Unkosten rechnen. Und da die Kalkstickstoffpatente im kommenden Jahre ablaufen, so wird in dieser Hinsicht die Belastung der neuerstandenen Fabriken wohl kaum eine