21 Stadt. Auch die Angestellten,verbände haben bisher keine Ergebnisse für das ganze Reich zusammengestellt; sie müssen sich auf die Orte beschränken, in denen sie Zweigvereine haben, denn nur von ihren Mitgliedern können sie eine Antwort erwarten. Der Kreis der An gestellten, die bei einer solchen Untersuchung erfaßt werden, ist gering, da in den einzelnen Verbänden trotz der oft erheblichen Mitgliederzahl idoch nur ein kleiner Teil der Gesamtangestellten vereinigt ist. Wegen der großen Kosten und Mühewaltung kann nur ausnahmsweise eine allgemeine Umfrage abgehalten werden; als Quellen können oft nur Auszüge und Zusammenstellungen aus den Papieren der Bewerbe rinnen beim Stellennachweis der Verbände verwertet werden. Den Stellennachweis benutzen aber häufiger die weniger brauchbaren Kräfte, da tüchtige Angestellte nur ungern entlassen werden. Die Angaben der Stellenvermittlung liefern daher ein unzutreffendes, einseitiges Bild. Außerdem treten die unteren Schichten einer Berufsklasse selten in eine Organisation ein, so daß auch diese unberücksichtigt bleiben. Man kann also im allgemeinen behaupten, daß nur die Mittel schicht der Angestellten erfaßt wird. Die besten Kräfte benutzen den Nachweis nicht, weil sie es nicht nötig haben, die schlechtesten, weil nur Mitgliedern die Stellenvermittlung zusteht. Diese Mittelschicht ist nun aber keineswegs gleich Mittelstand zu setzen. Man kann im Gegenteil oft beobachten, daß gerade die Töchter aus höheren Kreisen weniger leistungsfähig sind als der Durchschnitt. Sie greifen oft erst zu einem Beruf, wenn die Not sie dazu zwingt, und entschließen sich dann gern zu dem der Handlungsgehilfin, der mit der höheren sozialen Bewertung auch die Möglichkeit einer schnellen Ausbildung bietet. Mit den schnell erworbenen Vorkenntnissen können sie nur selten dauernde und gut bezahlte Stellungen finden, wenn sie nicht persön licher Eifer veranlaßt, die Lücken in der Vorbildung auszufüllen. Sie werden infolgedessen zu häufigerem Wechsel gezwungen sein und damit auch häufiger in der Statistik erscheinen. Andererseits hat aber die Tochter höherer Stände selten so viel kollegiales Gefühl wie die Arbeitertochter, die doch meist im Eltemhause den Geist des gewerk schaftlichen Zusammenschlusses kennen lernt. Fehler nach der einen oder anderen Seite sind also unvermeidlich, aber sie sind nicht so be deutend und gleichen sich zu einem so großen Teil aus, daß sie wenig stens einen annähernd richtigen Schluß auf die Gesamtheit zulassen. Die Tabellen geben immerhin ein anschauliches, wenn auch etwas verschobenes Bild von der sozialen Herkunft der Handlungsgehilfin. Die erste Tabelle, die vom „Kaufmännischen Verband für weib liche Angestellte“ zusammengestellt ist, erfaßt Berliner Verhältnisse. Der Verband begründet diese Beschränkung damit, daß in Berlin die