63 Die Hälfte aller Angestellten verdient noch nicht so viel wie zum standesgemäßen Unterhalt notwendig ist. Auch hier zeigt sich der Unterschied in der Höhe der Gehälter nach der Fachbildung. Relativ günstig liegen die Verhältnisse für die Angestellten ohne Lehrzeit. Diese den Erfahrungen scheinbar widersprechende Tatsache hängt damit zusammen, daß die Not viele zum Verkäuferinnenberuf treibt, die gute Schulbildung und vielleicht auch Begabung für den Beruf als Ausgleich mitbringen. Es muß dabei aber in Betracht gezogen werden, daß sehr viele den Besuch eines Handelskurses angeben konnten, also immerhin doch eine, wenn auch nicht genügende, Ausbildung vorweisen. Sonst gilt aber auch für die Verkäuferinnen, daß eine gute Ausbildung lohnerhöhend wirkt; doch muß man wieder das Gehalt in Verbindung bringen mit der Dauer der Tätigkeit. Das Gehalt betrug nach einer Tätigkeit von nach Angaben des K. V. f. w. A. bis 70 M. % 70—100 M. % über100M. % nach Angaben der V. k. V. 1 w. A. bis 70 M. 70—100 M. über 100 M. 3 Jahren 5 „ . längerer . 83,3 71,6 15,9 16,7 26,9 53,0 1,5 31,1 89,5 82,0 27,0 7,9 2,6 18,0 — 42,9 30,1 Einen Einfluß auf die Höhe des Gehaltes kann man nach diesen Zahlen der Dienstzeit nicht absprechen. Das Resultat ist aber im Vergleich zu den Gehältern für Kontoristinnen erschreckend ungünstig. ■Selbst nach mehrjähriger Tätigkeit gelingt es keineswegs der größeren Mehrzahl, einen Arbeitsverdienst zu erzielen, der etwas mehr als die Bestreitung der notwendigsten Bedürfnisse gestattet. Als Endergebnis der ganzen Gehaltsfrage für die Angestellten ist also festzustellen, daß immerhin die beste Ausbildung die günstigsten Aussichten für die Zukunft bietet. Da heutzutage der kaufmännische Beruf für eine große Anzahl nicht mehr als Durchgangsstadium bis •zur Versorgung in der Ehe angesehen wird, so ist eine gründliche Er ziehung für den Beruf unbedingt erforderlich. Selbst im Falle einer Heirat ist das für die Ausbildung ausgegebene Geld nicht immer nutz los aufgewandt, da die Frau bei ungünstigen Lebenslagen besser für einen Erwerb vorbereitet ist. Wenn auch Zufälligkeiten einen großen Einfluß ausüben, bleibt doch immer die persönliche Tüchtigkeit und Brauchbarkeit als wesentlichster Faktor bestehen. Wer über diese nicht verfügt, dem kann sie selbst die beste Fachbildung nicht an erziehen, die nur mit lehrbaren Fertigkeiten ausrüsten kann. Eine besonders große Rolle spielt die persönliche Begabung bei den Ver käuferinnen, weil die Veranlagung zum Verkehr mit der Kundschaft