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        <title>Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe</title>
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vom 
Kontor- 
Verkaufs- 
personal 
personal 
% 
0/ 
/ 0 
von 20—25 Jahren . . . 
. . 30,2 
28,1 
,, 25 30 „ . . . . 
. . 15,5 
12,7 
,, 30—40 ,, . . . . 
. . 11,7 
8,2 
„ 40-50 
. . 3,6 
2,7 
über 50 
. . 1,9 
1,8 
100,0 
100,0 
Die am stärksten besetzten Altersklassen beim Kontorpersonal 
liegen zwischen 16—20 Jahren. Von da ab erfolgt dann die Abnahme, 
offenbar, weil gerade in dieser Zeit die meisten Frauen heiraten und 
damit ihren Beruf fast stets aufgeben. Die verhältnismäßig zahlreiche 
Verwendung jüngerer Kräfte zeigt, daß sehr viele Kontoristinnen 
bald nach Verlassen der Schule eine Stellung annehmen und auf jede 
gründliche Ausbildung verzichten. 
Beim Verkaufspersonal haben ebenfalls die Altersklassen von 
16—20 Jahren die stärkste Besetzung, aber hier ist im Verhältnis 
zum Kontorpersonal auffallend die stärkere Vertretung der untersten 
Altersstufen; dies beruht auf der Art der Fachbildung. Die Lehrzeit 
nimmt nur kurze Zeit nach Verlassen der Schule in Anspruch, oft 
nicht mehr als ein Vierteljahr. Deshalb kann die Frau schon in sehr 
jugendlichem Alter als Angestellte in der Statistik erscheinen, während 
sie der Leistung nach nur als Lehrling angesprochen werden kann. 
Die Altersklassen über 30 Jahre sind aber schwächer besetzt als bei 
den Kontoristinnen. Dies hängt wohl damit zusammen, daß sehr viele 
Geschäftsinhaber ältere Frauen nicht gern als Verkäuferinnen verwen 
den. Vielfach werden auch, nur um am Gehalt zu sparen, diese älteren 
Kräfte entlassen und durch jüngere und dadurch billigere ersetzt. 
Trotzdem gibt es noch viele alte Verkäuferinnen in Vertrauens- und 
leitenden Stellen, die man nur erfahrenen und eingearbeiteten Kräften 
überlassen kann. 
Da sich das auffallend jugendliche Alter der Verkäuferinnen aus 
der Schul- und der Art der Fachbildung erklären läßt, so ist anzu 
nehmen, daß auch beim Kontorpersonal das Alter durch die Vorbil 
dung beeinflußt wird. Erhebungen des „Kaufmännischen Verbandes 
für weibliche Angestellte“ und der „Verbündeten kaufmännischen 
Vereine für weibliche Angestellte“ geben hierüber Auskunft.</div>
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