<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Erna</forname>
            <surname>Reimann</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1022451499</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>3. Kapitel. 
Die Ausbildung- der Handlungsgebilfinnen^ 
A. Die Schulbildung. 
Von großer Wichtigkeit für Ansehen und Lohnverhältnisse ist Art 
und Umfang der Vorbildung der Berufszugehörigen. Auch im Handels 
gewerbe wird die schlechte Besoldung der Frauen allgemein auf die 
geringe Leistungsfähigkeit infolge ungenügender Schul- und Fach 
bildung zurückgeführt. Die folgenden Ausführungen sollen nun zeigen, 
ob und inwieweit wirklich ein Mangel in dieser Richtung festzustellen 
ist. Der „Kaufmännische Verband für weibliche Angestellte“ und die 
„Verbündeten kaufmännischen Vereine“ haben 1906 bzw. 1909 bei 
ihren Mitgliedern Umfragen veranstaltet, deren Ergebnisse hierbei 
verwandt worden sind. 
Von den Kontoristinnen hatten besucht: 
nach den Angaben von 
Jul. Meyer 1 ) 
B. V.*) 
V. K. V.&amp;gt;) 
1892 
1906 
1909 
% 
% 
% 
Volksschule 
22 
50,4 
51,8 
Mittelschule 
9 
8,8 
22,7 
Höhere Mädchenschule 
69 
40,8 
2'»,4 
Nach den Ermittlungen ist ein Rückgang in der Schulbildung 
seit 1892 sicherlich vorhanden. Töchterschulbildung geht unter den 
Kontoristinnen an Umfang relativ zurück, dafür aber zeigt sich ein 
stärkerer Besuch von Mittelschulen. Das läßt vermuten, daß die unteren 
Mittelschichten der Bevölkerung sich stärker an der Besetzung der 
Stellen für das Kontorpersonal beteiligen, da gerade diese Kreise ihre 
Töchter in die Mittelschule schicken. Im allgemeinen kann man an 
nehmen, daß der sozialen Herkunft auch einigermaßen die Schulbildung 
*) Die Ergebnisse beruhen auf Angaben der Stellenvermittlung des Kauf 
männischen Verbandes für weibliche Angestellte. 
2 ) Die Zahlen wurden gewonnen durch Verteilung von Fragebogen an die 
Mitglieder der betreffenden Verbände. — B. V. = Kaufmännischer Verband für 
weibliche Angestellte; V. K. V. = Verbündete kaufmännische Vereine für weib- 
iche Angestellte.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
