18 läßt. Die amtliche Statistik Württembergs hat nun in bemerkenswerter Weise gerade über die Lohnverhältnisse der Staatswerke sür eine ganze Reihe von Jahren planmäßige statistische Erhebungen durchgeführt, die auch die soziale Seite des Württembergischen Salinenwesens und Salzbergbaues beleuchten. Allerdings ist nicht zu verkennen, daß Schlußfolgerungen aus Lohnstatistiken stets mit großer Vorsicht zu ziehen sind, da selbst mit peinlicher Sorgfalt erzielte Ergebnisse stets nur sekundären Wert besitzen dürften. Wohl niemals wird man bei einer richtigen Wertung von Lohnstatistiken die Gegenüberstellung geeigneter Preissätze der wichtigsten Lebensbedürfnisse außer acht lassen dürfen. Hierhin rechne insbesondere Preisangaben über Hauptnahrungsmittel, sowie die Miets preise für die Wohnungen. Daneben sind bei der kritischen Wägung von Löh nen noch einige andere Faktoren zu berücksichtigen, die nur sch ' :n- stellen sind. Wir lassen hier zwei uns interessierende Lohnübersichten folgen: Lohnstatistik der kgl. württ. Salinen 1 ). Jahr. Zahl der Arbeiter. Zahl der Arbeitstage. Gesamt lohnbetrag. Lohnbetrag für einen Arbeiter pro Tag. Lohnbetrag für einen Arbeiter pro Jahr M. M. M. 1890 284 90 201 220 586 2,44 777 1891 288 93 237 229 616 2,46 797 1892 277 90 148 223 241 2,47 806 1893 270 85 774 212 460 2,47 786 1894 299 94 056 230 764 2,45 772 1895 282 87 854 219 748 2,52 779 1896 275 88 076 227 005 2,58 825 1897 294 92 417 240 284 2,59 817 1898 320 98 564 260 847 2,64 815 1899 316 98 945 261 659 2,64 828 1900 340 103 240 286 776 2,77 843 1901 308 99 801 288 011 2,88 935 1902 274 87 472 271 115 3,09 989 1903 267 85 261 269 597 3,16 1009 1904 270 86 153 278 634 3,17 1013 1905 275 86 422 285 493 3,33 1038 1906 280 89 058 309 309 3,47 1104 1907 310 104 258 366 042 3,51 1180 1908 295 96 077 362 905 3,78 1230 (S- die Tabelle auf S. 19.) Bei Betrachtung vorstehender Uebersicht ergibt sich zunächst, daß der Berg =' bau, was durch die Natur der Betriebsart bedingt ist, eine größere Zahl von Arbeitern als die Salinen beschäftigt. Sehr charakteristisch veranschaulichen beide Uebersichten die seit 1890 zu beobachtende Lohnsteigerung, welche beson ders scharf in den Jahreslöhnen zum Ausdruck gelangt. Es hat sich hiernach eine Lohnsteigerung bei den Salinenarbeitern um 42 %, bei den Bergleuten um 44,9 % in dem Zeitraum von 1890 bis 1906 vollzogen. An sich stellt diese Lohnsteigerung keine gerade mit dieser Arbeiterkategorie im Zusammenhang stehende Besonderheit dar, vielmehr haben sich hier dieselben wirtschaftlichen Symptome geltend gemacht, welche in den letzten Jahrzehnten mit der zuneh- 1) Württembergische Jahrbücher. Jahr 1900. Teil III. S. 189. Statistisches Handbuch f. d. Königreich Württemberg. 1906/07. S. 156.