— 44 — voraus. Es mußte daher in allen denjenigen Staaten, welche ein Salzmonopol besaßen, die Aufhebung desselben erfolgen. Betrachtet man rückblickend die Ergebnisse des Württembergischen Salzhan delsmonopols in der langen Dauer seines Bestehens, so darf wohl gesagt wer den, daß das Handelsmonopol volkswirtschaftlich seinen Zweck erfüllt hat und zwar sowohl als Finanzquelle des Staates, wie auch als Förderer landwirt schaftlicher und industrieller Interessen. Die der Landwirtschaft und der Industrie gewährten billigen Salzpreise bezeugen das. Aus den letzten Jahrzehnten ist bezüglich der Organisation des Salzhandels nichts besonderes Charakteristisches zu berichten, als daß er sich nach modernen kaufmännischen Grundsätzen regelte. Wir geben nunmehr über den Salzhandel Württembergs nachstehend einige statistische Uebersichten: (S. die Tabelle auf S. 45.) Allgemein ist aus der vorstehenden Uebersicht zu entnehmen, daß der Handel mit Steinsalz weitaus die bedeutendste Stellung einnimmt. Für den Absatz würt- tembergischen Kochsalzes kommt Württemberg selbst in erster Linie in Frage. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich hier eine stete Zunahme im Absatz gezeigt. Die nächstbedeutenden Abnehmer württembergischen Kochsalzes sind Preußen, wo wieder das Rheinland am stärksten Württembcrger Kochsalz bezieht, nach Preußen folgt dann Bayern. Das Großherzogtnm Hessen steht nach der preußischen Provinz Hessen-Nassau an vierter Stelle. Anders der Absatz von Steinsalz. Hier steht Preußen als Abnehmer des württembergischen Steinsalzes mit durchschnittlich jährlich 1^/2 Millionen Doppelzentner weitaus an erster Stelle. Hierbei ist die Rheinprovinz allein mit durchschnittlich 1 Million Doppelzentner Steinsalz jährlich beteiligt, während der Rest in der Hauptsache auf die preußische Provinz Hessen-Nassau entfällt. Auch Bayern bezieht wesentlich mehr Steinsalz von Württemberg als dieses selbst verbraucht. In den letzten Jahren ist das Großherzogtum Baden zu einem bedeutenden.Abnehmer des württembergischen Steinsalzes aufgerückt. Einer der Hauptabnehmer dürfte hier in der chemischen Großindustrie Badens zu Mannheim zu suchen sein. Für die Steinsalzausfuhr Württembergs kommen hauptsächlich zwei Länder in Frage, Niederland und Bel gien, die in den letzten Jahren durchschnittlich 30 000 t bezogen. Abnehmer sind auch hier fast ausschließlich chemische Fabriken, die übrigens teilweise schon seit vielen Jahrzehnten ihren Bedarf in Württemberg von dem Steinsalz-Berg werk Friedrichshall decken. Die Hauptursache dieses Bezugs liegt wohl in der sehr billigen Wasserfracht, da diese holländischen und belgischen Abnehmer das Steinsalz fast ausschließlich unter Benutzung der Neckar- und Rheinschiffahrt beziehen. Auch aus der beifolgenden „Statistik des Güter-Austausches zwischen dem Eisenbahnverkehrsbezirk 35 (Königreich Württemberg) und den übrigen deutschen und ausländischen Verkehrsbczirken" läßt sich die erhebliche Entwicklung der württembergischen Salz-Ausfuhr entnehmen. Dagegen ist die Salz-Einfuhr nach Württemberg, wenn sich auch eine steigende Tendenz bemerkbar macht, unerheblich. (S. die Tabelle auf S. 46.) Von größter wirtschaftlicher Bedeutung für den Steinsalzhandel Württem bergs ist der Frachtweg auf Neckar und Rhein, worauf wir schon bei der Salz ausfuhr nach Belgien und Holland hinwiesen. Der von Württemberg geplante Ausbau des Neckars zu einer erweiterten Wasserstraße würde diese Bedeutung