— 83 — 6 * Es ergibt sich hiernach eine Gesamt-Mächtigkeit der Anhydritgruppe von 79,02 m. Die so im Jahre 1840 bei Bergfelden erbohrte Soole wird in einer eiser nen Rohrleitung von 14 300 Fuß Länge über eine Anhöhe nach dem Siede haus der Saline in Sulz geleitet *). Das Heben der Sole erfolgt durch ein vom Mühlbach getriebenes Rad. Die Beschaffung der neuen Sole war mit recht erheblichen Kosten verknüpft. Infolge Ankaufes notwendiger Grundstücke und Wasserkräfte, sowie für Schaffung sonstiger technischer Einrichtungen waren nach Abzug des Erlöses für entbehrlich gewordene Gebäude rund 44 000 Gul den aufzubringen gewesen. Um das Jahr 1855 zeigten die technischen Betriebsanlagen auf der Saline Sulz folgenden Umfang 1 2 3 ). Es war vorhanden 1 Bohrhaus bei Bergfelden mit 2 Bohrlöchern, aus welchen die Sole durch Pumpen gehoben und mittels eines Druckwerkes in einer Leitung nach Sulz geführt wurde. Die weiteren Anlagen umfaßten 1 Reservoirgebäude mit 3 Solenkästen, 1 Siedehaus mit 2 Siede pfannen, 2 Hallerde-Pochwerke mit 16 Pochstempeln. Die Hallerde, kein Sali nenprodukt, wurde durch bergbaulichen Betrieb gewonnen. Als Düngungsmittel war die Hallerde in der Umgegend sehr beliebt; der Absatz dieses Produktes erfolgte in einem Umkreis von 3—4 Stunden. Die Produktionsverhältnisse zeigten um die genannte Zeit folgendes Bild. Die Jahresproduktion sollte be tragen an Kochsalz 1500 Ztr. und an Viehsalz 300 Ztr. Hallerde wurden etwa 43 600 Kübel zu 10 kr. gewonnen. Wie man sieht, beschränkte sich die Salzproduktion auf sehr geringe Mengen. Im Siedeverfahren ergab 1 Klafter Tannenholz zu 6 fl. 6 kr. nur 31 Ztr. Kochsalz. Im Hanptfinanzetat von 1830/33 war noch eine jährliche Produktion von 4000 Ztr. Kochsalz und 350 Ztr. Viehsalz vorgesehen; außerdem ein Finanzertrag von 5100 fl. für die Ge winnung von Nebenprodukten; also gegen 1855 ein nicht unerheblicher Rückgangs). Schon im Jahre 1858 tauchten in der württ. Kammer Befürchtungen auf, der Betrieb der Saline Sulz könnte aus Gründen der Rentabilität seitens der Re gierung eingestellt werden; Befürchtungen, die der württ. Finanzminister v. Knapp im September 1858 als unbegründet erklärte 4 ). Neben der eigentlichen Salzpro duktion befaßte man sich um diese Zeit in Sulz auch stark mit der Fabrikation sogenannter Hallerde, die in der Landwirtschaft ein vielbegehrtes Düngemittel war. Diese Hallerde war ihrer Zusammensetzung nach nichts anderes, als reichlich mit Sole getränkte Tonerde. Dem starken Salzgehalt schrieb man die befruchtende Kraft auf den Pflanzenbau zu. Ueber den wirklichen Charakter und Wert der Hallerde als Düngemittel war nian sich jedoch im großen und ganzen ziemlich unklar. Im September 1858 forderte der Abgeordnete für Sulz, Sarwey, die Regierung auf, von den Landwirtschafts-Hochschulen in Kirchberg oder Hohenheim eine chemische Untersuchung der Hallerde vornehmen zu lassen, um einmal die tatsächliche Bedeutung der Hallerde wissenschaftlich zu erfassen. Der Abgeordnete vermutete, und wohl nicht nnt Unrecht, daß die ganze Dünge kraft vermutlich in der der Erde beigegebenen Salzlösung bestehe. Wenn das 1) Kql. stat.-topoqr. Bureau, Beschreibung des Oberamts Sulz 1863. Stuttgart. Seite 115. 2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1855. II. Beil.-Bd. S. 265. 3) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1830. III. Beil.-Heft S. 17. 4) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1868. IV. Band, S. 2194.