16 Einleitung. zeigt die Oesamtausfuhr in den letzten Jahren ein nicht un bedeutendes Wachstum, wie die folgenden Ziffern dartun. Es betrug die deutsche Ausfuhr an Öl (ohne Oliven-, Kotton-, Rizinus-, Holz-, Knochen-, Klauen- und Maisöl): 1900: 244855 dz. davon Palmkern-u. Kokosnußöl 143611 dz 14 ) 1907: 402727 „ ,, Palmkernöl 293 247 „ l4 ) 1908: 435609 „ „ „ 295658 „ l4 ) 1909: 540169 „ „ 432322 „ “) Als Rückstände der Ölmüllerei erhält man beim Preß- verfahren die Ölkuchen und beim Extraktionsverfahren die Ex traktionsmehle. Die Verwendungsmöglichkeit dieser Rückstände ist zwar nicht so umfangreich wie die der Öle — das Haupt absatzgebiet bildet die Landwirtschaft —, aber dieser landwirt schaftliche Konsum ist in ständigem bedeutendem Wachstum begriffen und spielt heute auch in Deutschland eine gewaltige Rolle. Bis in das 19. Jahrhundert hinein bildeten die Ölkuchen für die deutsche Ölmüllerei nur geringwertige Nebenprodukte, deren Absatz in Deutschland mit ziemlichen Schwierigkeiten verbunden war, aus welchem Grunde sie vielfach nach anderen Ländern ex portiert wurden. Man benutzte sie zum Teil als Heizmaterialien, zum Teil als Düngemittel, in der Hauptsache aber wurden sie als Kraftfuttermittel verwendet. Heute dient der überwiegende Prozentsatz aller in Deutschland konsumierten Ölkuchen als Kraftfuttermittel bei der Viehzucht, zu Heizzwecken werden die Ölkuchen gar nicht mehr gebraucht, und als Düngemittel kommen nur die Rückstände giftiger Samen zur Verwendung (Rizinus kuchen, Krotonkuchen usw.). Während man sich in einigen Ländern, namentlich Holland und England, schon im 18. Jahrhundert von den vorzüglichen Eigenschaften der Ölkuchen als Kraftfuttermittel überzeugt hatte 15 ), und dort demzufolge bereits seit jener Zeit große ging aber auch der Export zurück. Es betrug die Rübölausfuhr 1880 180937 dz, 1900: 80239 dz und 1909 : 34760 dz. u ) Miteinbegriffen ist in diesen Zahlen der Export an Palmöl, doch dürfte derselbe nur ganz unbedeutend sein. 16 ) Nach Hefter 1. c. Bd. I, S. 451 sind die Ölkuchen „die wert vollsten Kraftfuttermittel, über welche der Landwirt verfügt“. Sie ent sprechen den Anforderungen, die man an ein Kraftfuttermittel stellt, in