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        <title>Die deutsche Ölmüllerei</title>
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            <forname>Hermann</forname>
            <surname>Klaue</surname>
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            <idno>1023363054</idno>
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      <div>2.  Die  Technik  der  Ölerzeugung  um  1800.

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hat  aber  das  Erwärmen  auch  große  Nachteile,  denn  die  in  den
Samen  enthaltenen  färbenden  und  unangenehm  kratzend  schmekkenden
  Substanzen  werden  von  dem  warmen  Öle  viel  leichter
aufgenommen,  verunreinigen  dasselbe  und  machen  es  für  Speisezwecke ­
  unbrauchbar.  Um  nun  gutes  Speiseöl  zu  erhalten,  und
doch  auch  die  größtmöglichste  Ausbeute  zu  erzielen,  verfiel  man
auf  den  Gedanken,  die  Saat  mehrmals  zu  pressen,  und  zwar  das
erstemal  kalt,  das  heißt  ohne  die  zerkleinerte  Saat  vor  dem  Auspressen ­
  zu  erwärmen.  Diese  erste  kalte  Pressung  nannte  man
den  „Vorschlag“,  und  das  dabei  gewonnene  Öl,  das  sogenannte
„Jungfernöl“,  benutzte  man  zu  Speisezwecken.  Die  beim  Vorschlag ­
  erhaltenen  Rückstände  ließ  man  wieder  auf  dem  Ölgang
oder  im  Stampfwerk  zerkleinern,  erwärmte  sie  dann  und  preßte
sie  ein  zweites  Mal  aus;  das  dabei  gewonnene  Öl,  das  sogen.
„Nachschlagöl“,  diente  als  Brennöl  und  für  gewerbliche  Zwecke.
Damit  man  so  viel  Öl  wie  möglich  erziele,  unterzog  man  dann
vielfach  die  Rückstände  noch  einer  dritten  Pressung,  ja  Borhek 2 )
berichtet  sogar,  daß  die  Ölmüller  in  der  Gegend  von  Göttingen
den  Rapssamen  viermal  auspreßten,  um  ja  kein  Öl  zu  verlieren.
Sind  die  Samen  oder  Früchte  in  der  vorerwähnten  Weise
zum  Auspressen  vorgerichtet,  so  muß  man  noch  dafür  sorgen,
daß  sie  irgendwie  eingeschlossen  werden,  damit  sie  in  der  Presse
dem  Drucke  nicht  ausweichen  können.  Zu  diesem  Zwecke  verpackt ­
  man  sie  entweder  in  Säcke  oder  Beutel  oder  schlägt  sie
in  offene  Tücher  ein.  Das  Material,  aus  welchem  diese  Beutel
und  Tücher  gefertigt  sind,  ist  natürlich  von  großem  Einfluß  auf
die  Ausbeute  an  Öl  und  die  Qualität  desselben;  einerseits  muß
es  nämlich  so  dicht  sein,  daß  beim  Pressen  kein  Mehl  durchgelassen ­
  wird,  andererseits  muß  es  aber  auch  wieder  die  Eigenschaft ­
  haben,  das  ausgepreßte  Öl  so  leicht  als  möglich  durchfließen ­
  zu  lassen.  Außerdem  muß  es  eine  hohe  Widerstandsfähigkeit ­
  besitzen,  d.  h.  bei  hohem  Drucke  nicht  zerreißen.  Als
Material  für  Preßstoffe  kommen  hauptsächlich  Roß-,  Kamel-,
Kuhschweif-  und  Boxhaare,  Baum-  und  Schafwolle  in  Betracht,
ln  der  uns  hier  beschäftigenden  Periode  benutzte  man  Beutel
aus  Wolle  oder  Roßhaar,  verschloß  sie  durch  einen  über  die
Öffnung  zu  schlagenden  Deckel  und  umwand  das  so  entstandene

2 )  Borhek,  „Gründliche  Anweisung  zur  richtigen  Anlage  der  Beutelmaschinen
  und  der  deutschen  Ölmühlen“.  Göttingen  1826.  S.  101.</div>
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