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        <title>Die deutsche Ölmüllerei</title>
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            <surname>Klaue</surname>
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      <div>3. Der Einfluß der fortschreitenden Technik. 
91 
Als Beleg für meine oben ausgesprochene Ansicht mögen 
diese Angaben genügen, und ich kann nunmehr zu einer Wür 
digung des über die Vergrößerung der Betriebe der Ölmühlen 
vorliegenden statistischen Materials übergehen. Leider ist dies 
Material nur sehr gering, da vor 1875 über die Größe der ein 
zelnen Betriebe keinerlei Aufnahmen stattfanden. Um daher das 
amtliche Material etwas zu erweitern, habe ich die Angaben der 
verschiedenen privaten statistischen Arbeiten über die Vergröße 
rung und Verbesserung der Ölmühlen gesammelt und lasse die 
selben hier folgen: 
Weber schreibt in einer Veröffentlichung betitelt „Blicke 
in die Zeit“ 15 ) 1830: „Die Ölbereitung und -raffinierung hat 
in neuerer Zeit durch Verbesserung der Ölmühlen (mit Ein- 
richtungaufWalzenstattderStampfen) und durch Ver 
breitung der Lampenbeleuchtung auch auf dem Lande überall 
sehr zugenommen.“ Hier ist also wohl von den Verbesserungen 
der Zerkleinerungsmaschinen die Rede, die hydraulischen Pres 
sen werden aber noch nicht erwähnt. Dies geschieht erst in 
einer einige Jahre später erschienenen Arbeit desselben Schrift 
stellers 16 ), in der mitgeteilt wird, daß die Ölbereitung „in den 
letzten zwei Jahren durch neue mechanische Erfindungen sehr 
vervollkommnet sei“ und dann eine Ölmühle in Wallisfurth in 
Schlesien als Beispiel angeführt wird, welche mit einer Dampf 
maschine und mehreren hydraulischen Pressen ausgestattet ist. 
„Diese Ölfabrik verarbeitet täglich 120 preußische Scheffel 
(ca. 4450 kg) Raps, und jede Presse liefert in 14 Tagen 
700 Zentner Ölkuchen, die 5% weniger Öl enthalten als mit 
alten Pressen hergestellte Kuchen.“ 
Der bekannte Statistiker Viebahn schreibt 1836 über die 
Ölmüllerei in Neuß (Reg.-Bez. Düsseldorf) 17 ): „In Neuß werden 
auf den kürzlich verbesserten fünf Ölmühlen jährlich ca. 100000 
Scheffel Ölsamen (ca. 3700000 kg) verarbeitet. Eine unter diesen 
Mühlen, die Ölfabrik von Thywissen &amp; Sohn, zeichnet sich durch 
eine neue hydraulische Einrichtung und Dampfmaschine aus und 
kann bei voller Beschäftigung wöchentlich 170 Ohm Öl liefern.“ 
«) Berlin u. Stettin 1830. S. 31. 
18 ) „Historisch-statistisches Jahrbuch über die Jahre 1834/35". Bres 
lau 1837. S. 67. 
17 ) „Statistik des Reg.-Bez. Düsseldorf“. Düsseldorf 1836. Bd. I, S. 148.</div>
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