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        <title>Die deutsche Ölmüllerei</title>
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            <surname>Klaue</surname>
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      <div>114 III. Die Ausbildung des Fabrikbetriebes von 1870 bis zur Gegenwart. 
rungen, die heute wohl schon vereinzelt in die Praxis Eingang 
gefunden haben. Die eine dieser Neuerfindungen ist eine „Etagen 
presse mit Hubvorrichtung“, die andere eine sogen. „Harmo 
nikapresse“, d. i. eine Etagenpresse mit Ausziehvorrichtung. 
Beide gehen von dem Gedanken aus, die toten Zwischenräume 
zwischen den einzelnen Preßplatten, welche beim Chargieren 
nötig sind, um die Samenpakete bequem zwischen die Platten 
einschieben zu können, nach Möglichkeit zu vermeiden. Bei 
der Presse mit Hubvorrichtung erreicht man dies dadurch, daß 
zu Beginn der Chargierung der untere Teil der Preßplatten 
direkt aufeinander liegt, während die oberen Platten so weit 
voneinander aufgehängt sind, daß sie bequem beschickt werden 
können. Ist dies geschehen, so werden die geladenen Platten 
durch eine mechanische Vorrichtung so weit gehoben, daß die 
toten Zwischenräume verschwinden; gleichzeitig werden die 
unteren Preßplatten dabei so weit voneinander gezogen, daß 
auch sie nunmehr geladen werden können. 
Noch bedeutend leistungsfähiger, dafür aber auch etwas 
komplizierter ist die Harmonikapresse. „Statt einen Teil der 
Preßplatten zu heben, werden hier sämtliche Preßplatten durch 
den rahmenförmig ausgebildeten Holm der Presse mit Hilfe 
einer besonderen Windevorrichtung hindurchgezogen und ober 
halb der Presse entleert und gefüllt 10 ).“ Wegen der bedeuten 
den Länge dieser Presse stellt man dieselbe meistens im Keller 
geschoß auf, so daß nur der obere Teil über den Fußboden des 
Arbeitsraumes ragt, und man Füllung und Entleerung in be 
quemer Arbeitshöhe und direkt neben der Formmaschine vor 
nehmen kann. Eine derartige Harmonikapresse hat neben ihrem 
großen Fassungsvermögen auch noch weitere Vorzüge: „Da das 
Auspressen des Öles in einem unterhalb des Arbeitssaales ge 
legenen Raum stattfindet, kann die Presse selbst vollkommen 
durch Verschalungsbleche eingeschlossen und so einem Mate 
rialverluste vorgebeugt werden; die Bedienungsmannschaft ar 
beitet stets in der gleichen, bequem gelegenen Höhe, wodurch 
die Chargierungszeit wesentlich verkürzt wird; die Vermeidung 
des .toten Raumes bedingt eine beträchtliche Ersparnis an Druck 
wasser und damit gleichzeitig ein schnelleres Unterdruckgehen 
der Presse (Abkürzung der Preßdauer). An Stelle der Preß- 
10 ) Ubbelohde, 1. c. Bd. I, Seite 531,</div>
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