27 ausreichten, um den Eigenverbrauch zu decken, so konn ten sie doch für die neuen Erfindungen, nicht nutzbar gemacht werden, Denn der Phosphorgehalt der in Ober schlesien hauptsächlich geförderten Brauneisensteine ist für das Bessemerverfahren zu hoch und für das Thomas verfahren zu niedrig. Heute reichen die im Industriebe zirke Schlesiens gegrabenen Erze bei weitem nicht mehr aus, um den Selbstbedarf zu decken und machen nur noch den vierten Teil des oberschlesischen Erzverbrauches aus. Bei dem großen Erzmangel werden verhältnismäßig viele andere eisenhaltige Schmelzmaterialien im Hochofen verhüttet, z. B, Schlacken, Walzensinter und Eisenschrott, Da auf diesen Erzsurrogaten für Oberschlesien hohe Frachtsätze liegen, so war es für diesen Industriebezirk bedeutend wirtschaftlicher, diese Materialien, vor allem den Eisenschrott, nicht erst im Hochofen durch Zusatz von phosphorhaltigen Rasenerzen zu Thomasroheisen um zuschmelzen, sondern gleich im Martinofen zu Stahl um zuarbeiten, So fand denn das Martinverfahren in Ober schlesien rasch Eingang und wurde für die dortige Stahl erzeugung von maßgebender Bedeutung, Auf den sämt lichen 10 vorhandenen Flußeisenwerken geschieht die Stahlfabrikation im Martinofen; allerdings sind auf zwei von diesen Werken neben den Martinöfen auch noch Thomaskonverter im Betrieb. Im Ganzen sind 46 Oefen mit einem Gesamtfassungsvermögen von 1185 Tonnen in Oberschlesien vorhanden. In Westdeutschland gestaltete sich die Entwicklung der Eisenindustrie ganz anders, und zwar sind dort wieder zwei Bezirke gesondert zu behandeln. Dies sind der Saar-Lothringer-Luxemburger-Bezirk einerseits und der niederrheinisch-westfälische Bezirk andererseits. Da früher als Brennstoff im wesentlichen nur Holzkohle bei der Ver hüttung von Erzen in Betracht kam, so war die Grund