76 felhaft, daß der Schrott für die deutsche Martinstahlerzeugung ­ von außerordentlicher Bedeutung ist und diese Bedeutung auch in absehbarer Zeit nicht verlieren wird. Da nun der Martinstahl dem Thomasstahl bezüglich seiner Qualität bedeutend überlegen ist, so hat es nicht an Versuchen ­ gefehlt, das Martinverfahren immer wirtschaftlicher zu gestalten. Ein Hauptnachteil des Schrottverfahrens ist seine Abhängigkeit vom Schrottmarkte bezüglich des größeren ­ Teiles der benötigten Rohmaterialien, während beim Thomasverfahren das Roheisen in den meisten Fällen auf demselben Werk hergestellt wird. Um dieser Abhängigkeit vorzubeugen, ist man dazu übergegangen die Martinöfen so zu bauen, daß man darin auch mit flüssigem Roheinsatz arbeiten kann. Diese neue Arbeitsweise ist an den verschiedenen Stellen verschieden ­ ausgebildet. Darunter können heute zwei Arten als besonders erfolgreich angesehen werden, nämlich das Talbot- ­ und das Hoeschverfahren. Dazu kommt noch das Duplexverfahren, das in Europa zwar bald wieder aufgegeben ­ worden ist, in Amerika aber steigende Bedeutung zu erlangen scheint. Der Talbotofen ist hauptsächlich in England, aber auch in den Vereinigten Staaten, das Hoeschverfahren ­ in Deutschland im Betrieb. Allgemein ist über dieses, auch Roheisenerz-Verfahren genannte zu sagen, daß es neben geringen Mengen Schrott und Eisenerze in der Hauptsache flüssiges Roheisen in dem Martinofen einsetzt, ­ Hierin ist es sowohl dem Thomasverfahren als auch dem Bessemerverfahren bedeutend überlegen, denn es gestattet die verschiedensten Mischungen und macht dadurch ­ die Stahlbereitung unabhängig von der Qualität des Roheisens und damit von der Beschaffenheit der Erze. Dies hat man in England und Amerika sehr bald erkannt ­ und die nötigen Schlußfolgerungen gezogen, d. h.