Verbandes trage dazu bei, daß die Leute nicht arbeiten. Wir haben mit einer allgemeinen Arbeitsunlust zu rechnen als Folge des Krieges. Man soll es doch nicht -zur politischen Agitation ausschlachten und so tun, als ob die ganzen Zustände, die wir jetzt haben, nur eine Folge der Revolution seien. Wir Haben uns schon während des Krieges darüber unterhalten, daß der Krieg notgedrungen derartige Zustände hervorbringt, und sie sind in der Uebergangszeit noch viel schlimmer geworden. Ich habe Herrn von Wangenheim vorgehalten, daß auf seinem Gute die Arbeiter drei Tage lang früher zur Arbeit antreten wollten, damit die Kartoffelernte, herein gebracht werde, daß sie aber nicht arbeiten konnten, weil der Inspektor zu bequem war, etwas früher aufzustehen, um den Leuten die Marken heraus zugeben. Auf solche Vorwürfe schweigt man auf jener Seite. Wir haben allen Anlaß, die Landarbeiterschaft gegen allgemeine Vorwürfe in Schuy zu nehmen. Sie ist durchaus arbeitswillig, wenn man sie einigermaßen an ständig behandelt. (Sehr wahr!) Ich verweise noch darauf, wie man in Pommern versucht, die staats erhaltenden Elemente auf dein Lande zu sammeln. Ju>. „Vorwärts" vom 4. Dezember wird eine Notiz wiedergegeben, in der Offiziere aufs Land gesucht werden, die dort tätig sein sollen für den kommenden Umsturz. Sonst klagt man immer darüber, daß keine Wohnungen bereit gestellt wer den können, Gutsbeamte sind massenhaft stellenlos, aber diese Offiziere holt man heran und bringt sie unter, damit sie für gegenrevolutionäre Zwecke verwandt werden. Ich will die Offiziere im allgemeinen absolut nicht verdächtigen, es gibt viele Offiziere, die draußen im Felde ihre Schul digkeit getan haben, und die heute einem bittereren Elend gegenüberstehen, als manche Arbeiterfamilie. Das wissen wir. Aber diese Leute, die wirk lich in der Landwirtschaft arbeiten wollen, will man ja draußen nicht haben, sondern nur, wie es in einem Schreiben der Ortsgruppe Greifenberg an den Pommerschcn Landbund heißt: „z »verlässige Elemente des aufgelösten Heeres, insbesondere Offiziere". Denn nur solche kann inan zu gegenrevolutionären Zwecken gebrauchen. Ich kann nicht alles vortragen, was draußen dem Deutschen Land arbeiter-Verband und dein Preußischen Laüdwirtschaftsministeriui» zuge schoben wird, daß beide dazu beitragen, die Verhältnisse in Pommern derartig zuzuspitzen, daß von einer Arbeit keine Rede mehr sein könne. Wo haben Vertreter des Verbands-Vorstandes oder des Landarbeiter- Verbandes, oder des Landwirtschaftsministeriums, jemals die Landarbei ter abgehalten, über die Höchstarbeitszeit hinaus zu arbeiten? Die Land arbeiter sind bereit, Ueberstundcn zu leisten. In Dutzenden und Aber dutzenden von Fällen könnte ich nachweisen, daß man Ueberstunden ver langt, ohne daß nian sie bezahlen will, obwohl das in der Landarbeits Ordnung vorgesehen ist. Man will ja auch weiter nichts, als die Land arbeits-Ordnung wieder beseitigen. Die Arbeitszeit von 11 Stunden im Sommer ist den Herren noch nicht lang genug, man will eine längere Ar beitszeit eingesetzt haben. (Zuruf: 14, 15 .Stunden! > Zeh möchte hierbei auf das neueste Vorkommnis hinweisen, das den .Hauptstoß gegeben hat, die heutige Konferenz einzuberufen. Das sind die Zustande tut Kreise Anklam. Dort sind fünf Vertrauensleute unseres Ver bandes gematzregelt worden, bei dreien von ihnen ist vor dem Schlichtungs ausschuß festgestellt, daß eine Maßregelung vorliegt, die Arbeiter mußten wieder eingestellt werden. Bei zweien ist es strittig. Da hat man alte Sünden der Leute hervorgeholt, um die Entlassung" zu begründen. Für