13 jeden objektiv denkenden Menschen ist es doch klar, daß. wenn ein Arbeiter über ein Jahr in einen! Betriebe beschäftigt war, man wohl sagen kann, der Arbeitgeber ist mit dem Manne zufrieden. Bei den Maßregelungen unserer Vertrauensleute handelte es sich aber in vielen Fällen um Arbeiter, die fünf, sechs, zehn, auch fünfzehn Jahre im Betriebe beschäftigt waren. (Sehr richtig!) (Zuruf: Fünfundzwanzig Jahre!, Sie sind nur gemäß- regelt worden, weil sie Mitglieder des Deutschen Landarbeiter-Verbandes geworden find und nicht bloß Mitglieder, sondern auch Führer, Vertrauens leute der .Kollegen auf dein Gutshof. Das ist auch der Fall in Anklam. Meiner Ansicht nach , ist festgestellt, daß es sich hier um eine Maßregelung handelte, denn der betreffende Gutsbesitzer hat in der Verhandlung mit dein anwesenden Kollegen Segebrecht ausdrücklich gesagt, er motte den Mann wieder beschäftigen, wenn er den Vertrauensposten in der Gewerkschaft nie derlegt. (Hört! Hort!) Daraus ergibt sich doch, warum er ihn nicht weiter beschäftigt. Was ist aus diesen fünf Fällen gemacht worden? Unser Kreis vertrauensmann, Kollege Segebrecht, hat sich alle Mühe gegeben, daß es zur Verhandlung kam. Die Sache wurde acht Tage lang hingezogen, dann haben die Arbeitgeber Versammlungen abgehalten und haben wieder eine Deputation zum Ministerium nach Berlin geschickt, dort oben werde wieder mit dem Generalstreik gedroht. ^cf) habe schon unseren Vertrauensleuten brieflich gesagt, sie möchten nicht immer das Wort Generalstreik anwenden. Das Wort spukt in den Köpfen herum, keiner ist sich über die Bedeutung klar. Sagt lieber, die Kollegen. treten in den Abwehrstreik. Wenn in irgend einem Kreise ein Paar Landarbeiter streiken, machen die Junker schon einen Generalstreik daraus. Kurz und gut, die Sache wurde hingezogen und erst dann, als die Kollegen in Berlin waren und zurückkamen, und als das Gewerkschaftskartell in 'Anklam einsprang, sind die Junker zu Verhand lungen bereit gewesen. Aber vorher mußten Inserate in den Kreisblättern erscheinen mit großen Erklärungen, wo zum Schluß die Bedingung gestellt wurde: Bedingungslos -nutz die Drohung mit dem Generalstreik vom Land- arbciter-kVerband zurückgenommen werden. Nun liegen die Dinge dort so: Nicht wir haben den Tarif gekündigt, sondern der Landbund. ' Die Kollegen sind selbstverständlich erbost darüber, wenn der Tarif zu einem Zeitpunkt gekündigt wird, wie dem 1.^ Januar, wo natürlich die Zeit für die Arbeiter nicht günstig ist. _ Dann kam die Er regung hinzu, die hervorgerufen wurde durch die Maßregelung der Ver- bandsfunktionäre. Und da erklärt man: Jawohl, wir sind zu Verhand- lungen bereit, wenn der Landarbeiter-Verband bedingungslos die Drohung mit dem Generalstreik zurücknimmt. Wenn wir umgekehrt gesagt hätten, wir sind zu Verhandlungen bereit, wenn der Landbund bedingungslos die Kündigung zurücknimmt, was wäre dann für ein Geschrei entstanden. Un sere Kollegen waren bereit, unter den niedrigen Bedingungen w°iter zu arbeiten, aber dann setzte der Lärm in der Presse ein, da schickt man Depu tationen nach Berlin zum Laydwirtschaftsminister, mit dem man sonst nichts zu tun haben ivill, zu dein einfachen Zweck, die Öffentlichkeit nicht zur Ruhe kommen zu lassen über die Verhältnisse in Pommern. Wenn es dort nicht zur Ruhe kommt, so liegt das eben daran, weil dort Kreise am Werke sind, die ihre besonderen Geschäfte besorgen wollen gegenüber dein Deutschen Landarbeiter-Verband. Dort haben sie die Führung übernom men, uin die Organisation zu bekämpfen und zu unterdrücken. Das lassen wir uns nicht gefallen. Auf der andern Seite darf die Regierung auf keinen Fall diese agrari schen Maßnahmen verkerinen, die von Pommern ausgehen. Dort oben