• L - sind alle Städte belegt mit Baltikumtruppen. Darum haben wir diese Konferenz nach Berlin berufen, weil es gar nicht möglich ist, dort für die Kollegen Unterkunft zu schaffen. Ich bitte Euch nun, möglichst kurz Eure Beschwerden vorzutragen. Ich unterstreiche zum Schluß nochmals: Wir haben diese Konferenz nicht ein berufen, um den Kampf in Pommern vorzubereiten, sondern um uns mit unseren Vertrauensleuten aus Pommern zu besprechen, damit unsererseits keine Dummheiten gemacht werden, sondern taktisch klug vorgegangen wird. Wir beabsichtigen mit der Konferenz weiter nichts, als für das n ä ch st e Jahr in Pommern die B e st e l - lung der Felder und die Einbringung der Ernte zu sichern. Wir wünschen und hoffen, daß wir seitens der Regierung in dieser Beziehung unter» st ü tz t w erde n. Ich bedauere lebhaft, baß ein Vertreter des Land wirtschaftsministeriums nicht hier ist. Es ist notwendig, daß in Pom mern das Schlichtungswesen ausgebaut und auf eine andere Grundlage gestellt wird. Es ist ferner notwendig, daß die Landarbeiter dort nochmals angewiesen werden, mit allen Mitteln dem Treiben des Landbundes entgegenzutreten. Ihr sagt, die Landräte müssen gesiebt werden (Zuruf: Alle!). Es sind auch schon verschiedene Land- ratsämter neu besetzt. Es geht nicht ohne weiteres, daß man heute einen Landrat einstellt und in vier Wochen wieder abberuft. Wir leben nun mal unter schwierigen Verhältnissen. Aber wir wollen seitens der Organisation versuchen, unser Möglichstes zu tun, damit es, in Pommern ruhig bleibt. Wir bitten dringend darum, daß die Regierung unsere Maßnahmen beach tet. Wir sind nicht diejenigen, die sofort nach Regierungshilfe rufen. Wir sind für eine Verständigung mit den Arbeitgebern und vertreten nach wie vor den Standpunkt der Arbeitsgemeinschaft. Aber es ist ein Dornenweg, bis etwas erzielt wird. Doch jeder Gewerkschaftler weiß, daß, wenn es zu Verhandlungen erst gekommen ist, trotz aller Schwierigkeiten in der Regel ein günstiges Resultat herauskommt. Wenn die Landarbeiter höhere For- dcrungen stellen, so sind sie berechtigt, entsprechend der Verteuerung der Lebenshaltung. Uebertrieben sind die Forderungen der Landarbeiter nicht. Ich bitte also die Kollegen, sich auszusprechen, damit wir kür das nächste Jahr in Pommern gewappnet sind. P a u k e r t - Stettin: Ich muß zunächst meinen Tank aussprechen, daß v der Vorstand uns zusammenberufen hat. Sie haben schon auf der letzten Gauleiter-Konferenz gehört, daß bei uns in Pommern ganz andere Ver hältnisse bestehen, als im Reich. Schmidt hat sie zur Genüge geschildert. Wir müssen uns schon für die nächsten Tage schützen. (Sehr richtig!) In Greifenberg hat sich der Pommerschc Landbund große Verfehlungen zu schulden kommen lassen. Die agrarische Presse hat darüber noch nichts be richtet. Wenn bei uns aber vielleicht einmal etwas vorkommt, wofür wir nicht verantwortlich sind, weil wir nicht für jeden Einzelnen haften können, machen die Landbündler großes Geschrei darüber. 1 Greifenberg war der einzige Kreis, wo wir noch keinen Tarif abgeschlossen hatten. Wir smd damit abgewiesen worden, weil der Pommerschc Landbund bereits einen Tarifvertrag abgeschlossen habe; deshalb brauche der Deutsche Landarbei ter-Verband nicht noch einen Tarif abzuschließen. Ich habe darauf hinge wiesen, daß dieser Tarifvertrag für uns keine Gültigkeit habe, bin aber vom Landrat abgewiesen worden. Dann versuchten wir beim Pommer- schen Landbund selbst anzuknüpfen. Zuerst wurden wir abgewiesen, dann hatten wir am 1. August die ersten Verhandlungen. Da ist Kollege Schwarz 14