i it, 3 18 für sich ausgenutzt. Wir haben das nicht getan. Wenn es nach dem Wun sche der Kollegen gegangen wäre, wäre es in Schivelbein zum Streit ge- kominen. Wir baden davon abgeraten und haben den Kollegen empfohlen, den Tarif anzunehmen. Wenn es nicht dazu gekommen ist^ jo haben an dere Momente mitgespielt. Die Elemente, die sich da betätigt haben, haben den Unternehmern bewußt die Steigbügel gehalten. Es setzte eine Agitation ein, gegen den Tarifvertrag, den man aus egoistischen Gründen zu verkleinern suchte. . Die Schuld für die Haltung 'der Arbeiter fällt nicht auf uns, sondern aus jene Kreise, die die Landarbeiter vor der Revolution mit allen Mitteln niedergehalten haben. Dann suchte die Regierung zu verhandeln. Der Versuch scheiterte an der Hetze der Arbeit geber.^ Im Kreise Neusteitin — wir können nicht ans alle Einzelfälle ein gehen*— haben wir uns ebenfalls redlichste Mühe gegeben, zu Verhand lungen zu kommen, aber es war nicht möglich. Wir sind auch an den Land rat herangetreten. Er hat wohl manchmal nicht so gearbeitet, wie wir es gewünscht hätten, aber auch, wenn ein anderer Landrgt gewesen wäre, hätte- er auch nicht viel mehr ausrichten können. Alle Anordnungen von oben nützen nichts, wenn sie unten nicht durchgeführt werden, daher muß vor allem dafür gesorgt werden, daß 'die Beamten, die absichtlich der Re gierung entgegenarbeiten, verschwinden. Der Pommersche Landbund war auch hier führend. Die Arbeitgeber gruppe lehnt es ab, mit uns in Tarif- verhandlungen einzutreten, andererseits verlangt die Arbeitnehmergruppe des Pommerschen Landbundes bei jeder Tarifverhandlung zugelassen zu werden. Das ist eine sonderbare Taktik. , Er sucht nur Scheingründe, seiner innersten Ueberzeugung nach ist der Pommersche Landbund gegen jeden Tarifvertrag. Andererseits war es notwendig, in Neustettin einen Tarif vertrag abzuschließen. Wir haben alles mögliche versucht, haben uns an den Landrat gewandt, an den Regierungspräsidenten, an den Oberpräsi denten, aber alle Versuche blieben ergebnislos. Die Schuld trifft hier also nicht den Landarbeiter-Verband. Schließlich sagten sich die Kollegen, wenn Ihr uns nicht helfen könnt, müssen wir uns selber helfen. Auf einem großen Gut traten die Kollegen in Streik. Wir konnten cs nicht hindern, wir konnten den Kollegen nicht dauernd zumuten, daß sie für andere Werte schaffen, ohne dafür genügend Bezahlung zu erhallen. Im Kreise Stolp- Lauenbnrg haben d>e Tarifvcrhandlungen auch Schwierigkeiten gemacht. Es hat immer an den Arbeitgebern gelegen. In- Kreise Schlawe war ein Tarifvertrag mit dem tzinterpommerschen Laudwineverein abgeschlossen. Der Landbünd hat diesen Tarif nicht unerkanui .So ist es gerade der Pommersche Landbund, der überall Schwierigkeiten und Unruhen hervor gerufen hat. — Im Kreise Kolberg hatten w-r auch Tarifverhandlungen. Die Skupellosigkeit der Arbeitgeber zu schildern, reicht die Zeit nicht aus. Wir haben dort eine besondere Gruppe von Arbeitgebern vor uns. Im Mai kamen wir zum Abschluß eines Tarifvertrages. Inzwischen hatten sich die Dinge geändert, die Kollegen verlangten eine Teuerungszulage. Dann haben die Arbeitgeber eine skrupellose Agitation gegen uns geführt. Am 9. Juli kam es zu Verhandlungen, da haben did Arbeitgeber unseren Kollegen Klabund abgelehnt. Die Frage, ob etwas gegen ihn ein zuwenden wäre, wurde verneint. Um die Verhandlungen nicht scheitern zu lassen, erklärte ich, ich würde versuchen, einen Tarif abzu schließen. Das gelang nicht, infolge des Einflusses des Pommerschen Landbunds. Später haben dann nochmals Tarifverhandlungen stattgefun den. In der Zwischenzeit haben sich andere Dinge abgespielt. Bezeichnend für die moralische Auffassung der Arbeitgeber ist, daß sie dem Kollegen