36 halten und zertrümmern wollen, um dann denselben Gedanken auf - das ganze Reich zu übertragen. Wangenheim hat auf der Provinzialversamm lung des Bundes der Landwirte ganz klar gesagt, daß die Organisation zerschmettert werden muß'. Sie haben nichts gegen Lohnerhöhungen, aber gegen die Verkürzung der Arbeitszeit. Sie haben die Mittel, um uns den Kampf anzubieten. Deswegen müssen wir prüfen, welche Mittel wir an wenden müssen, um ihnen diese Möglichkeit zu nehmen. Wir müssen den Kampf annehmen iin Interesse der Landarbeiter. D i e Kraft des W i d e r st a n d e s der Arbeitgeber, d ie nicht aus wirtschaftlichen, sondern a u s politischen Gründen dem Abschluß von Tarifverträgen entgegengesetzt wird, müssen wir brechen. Muß die Kraft der Organisation durch Streik hierzu angewandt werden, so liegt die Gefahr eines schweren Kampfes vor, der zum Bürgerkrieg ausarten kann, wenn die Gutsbesitzer die Waffen behalten und die Baltikum truppen in Pommern bleiben. Neben dem Abschluß von Tarifen kommt ihre Durchführung, d. h. ihre Anerkennung von beiden Seiten, in Frage. Es gibt leider auch bei uns Kollegen, die den Tarif nicht durchführen. Der Hauptwiderstand liegt aber bei den Arbeitgebern. Selbst wenn die Organisationsleitung der Arbeit geber einen Tarif mit, uns abschließt, arbeitet ein großer Teil der einzelnen Arbeitgeber dagegen. Unsere. Kollegen verlangen gesetzliche Maßnahmen und Verordnungen, um die Arbeitgeber zur Anerkennung der Tarife zu zwingen. Die heutigen Verordnungen reichen dazu nicht aus, und bis die Regierung das nachholt, vergeht Zeit, die wir nicht ungenützt lassen dürfen. Wir wissen heute noch nicht einmal, ob die Regierung die Macht hat, die Waffen aus der Provinz Pommern wieder herauszuziehen. Darum müssen wir unsere Taktik entsprechend aufbauen. Darum wollen- wir unseren Ap parat vergrößern und besser ausbauen. Nur wo die Arbeiter sich durch die Gewerkschaft wirtschaftlich frei gemacht haben, können sie die po litische Macht erringen. Wir werden in Pommern siegen, wenn nicht durch die Parteispaltung eine Verwirrung in die Köpfe der Landarbeiter ge bracht wird. Im Interesse der ganzen Sache müssen wir in der Arbeit eins werden. Wenn wir das fertig bringen in der Gewerkschaft, dann haben wir auch einen politischen Einfluß auf die uns fernstehenden Kreise. Wenn die Unternehmer das sehen, dann werden sie ihre Schwäche fühlen; dann wird auch die Gewerkschaftsarbeit, der Abschluß von Tarifen leichter und dieMaßregelungen werden abnehmen in dem Maße, wie dix Arbeitgeber fühlen, daß unsere Macht stärker ist als die ihre. S ch m i d t: Es sind folgende Antrage eingegangen: 1. „Die Unter zeichneten bitten um Herausgabe einer Broschüre: Material zur Be kämpfung des Pommerfchen Landbundes." Meier, Schmorl. Die Vorbereitungen dazu sind getroffen. Es soll eine Broschüre er scheinen über die gelben Organisationen in der Landwirtschaft. Ich bitte Sie aber, das Material einzuschicken. Es schadet nichts, wenn wir etwas doppelt bekommen. 2. „Die Versammlung wolle beschließen, daß bei allen Versammlungen der Pommersche Laudbund unter keinen Umständen als Arbeitnehmer-Orga nisation, sondern nur als Arbeitgeber-Organisation zuzulassen ist." Das ist unser Standpunkt, beit wir hier nochmals unterstreichen. Die Leute dürfen nur auf der Arbeitgeber-seite sitzen. Es sind Bestrebungen im Gange, ihn auch als Arbeitervertretung anzuerkennen; aber das können wir nicht zulassen. Von jeder Maßregelung muß uns genaue Mitteilung