31 Die Höhe der Löhne genügt. den Kollegen in manchen Bezirken nicht. Mit dem besten Willen war es den Verbandsvertreteru nicht möglich, höhere Sätze durchzudrücken. Schuld daran haben die Kollegen selber. Es gibt leider auch heute noch viele ängstliche Naturen unter den Forstarbeitern, die bei jeder Gelegenheit dem Oberförster ihre Zufriedenheit mit den Lohn- und Arbeits verhältnissen glauben bestätigen zu müssen. Bei allen Verhandlungen sangen die Oberförster das hohe Lied der Zufriedenheit ihrer Arbeiter. „Unsere Arbeiter sind zufrieden, so wie sie es früher immer gewesen sind", so lauten die Aussagen dieser Herren. „Nur der Verband ist schuld, die Verbands- vertreter haben unsere Leute verhetzt", heißt es weiter. Die Forstarbeiter werden es sich abgewöhnen müssen, von ihren Vorgesetzten aushorchen zu lassen. Wenn man sich aber schon in ein Gespräch mit den Vorgesetzten ein läßt, dann verlangen wir von den Verbandsmitgliedern, daß sie den Frage stellern frei und offen die Wahrheit ins Gesicht sagen. Dann wird zum Vorteil der Gesamtheit mehr als wie bisher erreicht werden können. Bei allen Verhandlungen haben die Forstarbeiterkollegen mit wenigen Ausnahmen uns nicht genügend unterstützt. Unseren mehrfachen Aufforde rungen an die Kollegen im Mitteilungsblatt, uns die bestehenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse aus allen Forstgebieten in Preußen mitzuteilen, ist man nicht nachgekommen. Infolgedessen fehlt uns das Material bei den Verhand lungen. Dies muß in Zukunft anders werden. Wenn von uns Anfragen an die Ortsgruppen gehen, dann müssen sie auch wahrheitsgemäß und schnell beantwortet werden. Gegenüber den früheren Löhnen bedeuten die jetzigen Sätze einen un geheuren Fortschritt, Wenn die Höhe derselben hier und da noch nicht genügt, um ein menschenwürdiges Leben zu führen, so muß dieses nachgeholt werden bei den nächsten Tarifverhandlungen. Ueber die Akkordsätze können wir leider keine Zusammenstellung bringen, weil bei der verschiedenartigen Bezeichnung der einzelnen Positionen es un möglich ist, ein übersichtliches Bild zu schaffen. Es wird' auch hier Aufgabe des Verbandes fein, danach zu streben, daß in allen Staaten und Forst bezirken einheitliche Bezeichnungen eingeführt werden. Bemerken wollen wir noch, daß der Verbandsvorstand bei der vor einiger Zeit wieder eingesetzten Verteuerung der Lebensmittel erneut au den Minister in Preußen eine Ein gabe gemacht hat, um die in den Tarifen festgesetzten Löhne zu erhöhen.