36 der auch nüchtern urteilende Kaufleute seit dem Abschlüsse der Reichsfinanzreform bei der Behandlung von Steuer fragen stehen, wenn es in zahlreichen Berichten so darge stellt wird, als ob die Weltmarktsverhältnisse nur den Preis für die teuren Tabaksorten Hochtreiben, der Grund aber für die Preissteigerung der billigen Tabak gattungen der Wertzoll sei. Daß die Fabrikanten in folge jeder Steuererhöhung — gleichviel ob nach dem Gewicht oder dem Werte — zur Erleichterung der Steuerüberwälzung nach Möglichkeit die billigen Gattungen des Rohstoffes zu erlangen suchen und dadurch die all gemeine Nachfrage nach ihnen etwas erhöht wird, ist selbstverständlich und war niemals anders. Wenn jedoch gleichzeitig die feineren Tabakgattungen noch kräftiger oder ebenso kräftig im Preise anziehen, so ist damit außer Zweifel gestellt, daß nur die allgemeinen, also die Ver hältnisse des Weltmarktes, auf deren Gestaltung der Wertzoll eines einzelnen Landes entscheidende Bedeutung garnicht auszuüben imstande ist, eine derartige allge meine Preissteigerung zur Folge haben konnten?) *) Wie grob der mit erstaunlicher Beharrlichkeit immer wieder von Neuem der Öffentlichkeit zugetragene Irrtum ist, wonach die Preiserhöhungen für den dem Wertzoll unterliegen den — also ausländischen — Rohstoff besonders die billigen Gat tungen betroffen haben sollen, mögen die nachfolgenden Ziffern zeigen. Sie sind den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes im 4. Vierteljahrsheft 1910, S. 157, und im Reichsanzeiger vom 22. August 1911 entnommen. Danach war auf Grund der Wertanmeldungen für zollzuschlagspflichtige Tabakblätter die Prciscntwickelung wie folgt: