76 schon diese Tatsache erlaubt den Schluß, daß wir reif für Luxusabgaben geworden sein müssen. Und nun, um einige vorzugsweise dem Luxus- bedürfnisse der weiblichen Bevölkerung dienende Dinge herauszugreifen, erwähnen wir vorerst, daß allein die Krefelder Fabriken zur Zeit für etwa 60 Millionen Mark Seide und Sammet (im Eroßhandelswerte, nicht Gebrauchs wert) im Jahre lediglich nach Deutschland versenden. Wir wissen des ferneren, daß die Krefelder Fabrikanten für die Herstellung auch der feinsten Erzeugnisse unüberwindliche Schwierigkeiten nicht mehr kennen, und dennoch fühlt sich bei den Käuferinnen der starke Sinn für die feinen Spielarten des Prunkes von der deutschen Industrie so wenig gesättigt, daß — ohne Einrechnung der seidenen Bänder — allein an ganz aus Seide hergestellten dichten Ge weben, obwohl sie Deutschland meisterhaft verfertigt, an Seidentüll und Veuteltuch, an seidenen Spitzen und an undichten Geweben, wie Krepp, Gaze und Flor, für etwa 30 Millionen Mark (Einfuhrwert, Großhandelswert) jähr lich aus dem Ausland eingeführt werden. Es sei daran erinnert, daß wir an rohen und zugerichteten Straußen- und Reiherfedern zur Schmückung von Frauenfächern und -Hüten jährlich für etwa 13 Millionen Mark nach dem Einfuhrwerte (hiervon ca. 12 Millionen Mark für rohe Federn, welche nach Reinigung, Kräuselung und Zustutzung einen Kleinverkaufswert von allerwenig sten s 30 Millionen Mark haben) einbringen, an Perücken, Menschenhaar und Haarnetzen für 6 Millionen