91 Änderungen der bestehenden Agrarzölle für absehbare Zeit nicht zulassen. Indessen darf erfahrungsmäßig nicht gehofft werden, daß das Urteil der Massen durch Rücksichten aus die Macht und das Glück nachwachsender Generationen bestimmt werden kann. So wie auf den englischen Ar beiter das während eines Wahlkampfes umhergetragene Plakat des zunächst drohenden kleineren Laibs Brot nachhaltigeren Eindruck als die Gefahr einer späteren Schwächung des nationalen Handels und Wohlstandes machte, so wird wohl auch bei uns die sich zunächst her vorkehrende Seite des fortbestehenden Agrarschutzes — das Ausbleiben der erhofften Lebensmittelverbilligung — für die städtischen Arbeitermassen das Wesentliche sein. Was wollt denn ihr bei diesem Zolltarif als Opfer bringen? So wird wohl die Frage der Minderbemittelten an die Wohlhabenden lauten. Was ist euer Tribut zum Wohle des allgemeinen Vesten, müßtet ihr nicht von eurem Lurusverbrauch in Gold opfern, wo wir vom Nahrungsverbrauch in Kupfer zollen? Schafft uns Be schäftigung, was ihr euch für hohen Preis und ohne wirkliches Steueropfer aus dem Auslande holt? Bringen eure französischen Seidengewebe, eure orientalischen Tep piche, eure Panamahüte uns Arbeit oder dem Reiche gerechten Zoll? Solchen Fragen, die der Fortsetzung einer land wirtschaftsfreundlichen Zollpolitik entgegentreten werden, kann die Schaffung geeigneter Wertzölle eine versöhnende