96 „Tag" vom 2., 5. und 7. September 1911 den Grund hierfür in den damaligen politischen Schwierigkeiten, die es nicht erlaubten, den leidenschaftlichen Kampf um die grundsätzliche Neugestaltung der deutschen Handelspolitik noch mit der damals weniger dringlichen Frage der Aufnahme eines feineren Tariffchemas zu behängen. Diesen schwachen, der Fertigindustrie vielfach ungünstigen Tarif später — also vor dem Einsetzen der im Anfange der 90er Jahre geführten Vertragsverhandlungen — durch Verfeinerung seiner Gliederung und durch ange messenere Zolltechnische Berücksichtigung wenigstens der hochwertigen Erzeugnisse zu einer wirksamen Waffe für die handelspolitischen Unterhändler rechtzeitig umzugestal ten, ist allerdings verabsäumt worden; inwieweit aus Rück sicht auf grundsätzliche Auffassungen einer starken, damals den Freihandel noch immer als Selbstzweck behandelnden Richtung innerhalb der politischen Parteien, inwieweit in folge eines gewissen traditionellen Hinüberneigens zum Freihandel bei einigen Männern der Regierung selbst, kann hier ununtersucht bleiben. Daß bei der im Anfange des vergangenen Jahr zehntes erfolgten Vorbereitung der zur Zeit herrschenden Tarifära in ebenso umfassender wie subtiler Weise ver sucht wurde, das Versäumte wieder gut zu machen, ist wohl unbestreitbar. Indessen haben mancherlei Umstände dazu beigetragen, diesen Versuch nur in begrenztem Maß einem glücklichen Ende zuzuführen. Wie Bueck in den angezogenen Ausführungen, sehe auch ich es — allein