Affenbrotbaurnrinde

Äthylamin  5
Grasse  und  Cannes  aus  in  großen  Mengen  versandt. ­

Athylamin  (Monäthylamin),  eine  stickstoffhaltige, ­
  dem  Ammoniak  ähnliche  organische  Base
(C 2 H  5.  NH»),  riecht  wie  dieses,  bildet  eine  wasser
helle  Flüssigkeit  vom  spez.  Gew.  0,696,  siede
schon  bei  18,7°  C  und  ist  in  Wasser  leicht  löslich. ­

Äthylbromid  (Bromäthyl, C 2 H 5 Br,lat. Aether
bromatus,  frz.  Ether  bromhydrique,  engl. Ethyl
bromide)  wird  dargestellt  durch  Abdestillieren
eines  Gemisches  von  Alkohol,  Schwefelsäure
und  Bromkalium  aus  dem  Sandbade  oder  durch
Behandlung  von  Alkohol  mit  Brom  und  rotem
Phosphor  als  eine  farblose,  flüchtige,  ätherisch
ri.chende  Flüssigkeit  vom  spezifischen  Gewicht
1,450,  welche  bei  38—40 0  siedet  und  mit  schön
grüner  Flamme  brennt.  Ä.  wird  in  der  Teerfarbenfabrikation ­
  und  außerdem  in  der  Medizin
zu  Narkosen  benutzt,  für  letztere  Zwecke  jedoch ­
  nur  das  nach  dem  ersten  Verfahren  hergestellte ­
  Präparat,  weil  das  andere  oft  Spuren
von  Phosphor  und  Arsen  enthält.  Zur  Vermeidung ­
  von  Zersetzungen  muß  Ä.  in  kleinen,  gefüllten ­
  Flaschen  kühl  und  dunkel  aufbewahrt
werden;  auch  erscheint  eine  Warnung  vor  Verwechslung ­
  mit  Äthylenbromid  am  Platze,  da  letzteres ­
  eingeatmet  giftig  wirkt.
Athylchlorid  (C 2 H 5 C1,  Chloräthyl,  lat.  Aether ­
  chloratus,  Aethylium  chloratum,  frz.
Ether  chloride,  engl.  Ethyl  chloride),  eine  leicht
flüchtige  und  entzündliche  farblose  Flüssigkeit
vom  spez.  Gew.  0,921  und  vom  Siedepunkte
12,5°,  wird  fabrikmäßig  durch  Erhitzen  von  Alkohol ­
  mit  starker  Salzsäure  unter  Druck,  im
kleinen  durch  Einleiten  von  Salzsäuregas  in
eine  Lösung  von  l  Teil  geschmolzenem  Zinkchlorid ­
  und  2  Teilen  950/oigem  Alkohol  dargestellt.
Man  leitet  die  Dämpfe  durch  Wasser  und  konzentrierte ­
  Schwefelsäure  und  verflüssigt  sie  bei
o°.  —  Ä.  findet  als  örtliches  Antiseptikum  Verwendung. ­

Äthylenbromid  (lat.  Aethylenum  bromatum,
frz.Bromured'6thyl6ne,  engl.  Bromide  of  Ethylen),
C 2 H 1 Br 2 ,  entsteht  beim  Durchleiten  von  Äthylengas ­
  saus  Alkohol  und  Schwefelsäure)  durch
Brom  als  ein  farbloses,  schweres  Ü1  vom  spez.
Gew.  2,170  und  chloroformähnlichem  Geruch
Es  siedet  bei  122 0 ,  erstarrt  bei  9 0  und  findet  beschränkte ­
  medizinische  Anwendung  gegen  Epilepsie. ­
  Eingeatmet  wirkt  es  giftig  und  darf  daher ­
  nicht  mit  Äthylbromid  verwechselt  werden  1
Äthyhnchlorid,  (CH 2 C1) 2 ,  (Chloräthylen,
Elay Ichlorür,  Elaylchlorid,  Chloreiayl,
Öl  der  holländischen  Chemiker,  lat.  Aethylenum ­
  chloratum,  Elaylum  chloratum,  Oleum
hollandicum,  frz.  Ether  chlorhydrique,  engl.
Dutch  liquid),  eine  farblose,  dünnflüssige,  ölähnliche ­
  Flüssigkeit  von  süßlichem,  ätherartigem
Gerüche  und  brennendem  Geschmacke,  hat  ein
spez.  Gew.  von  1,250,  ist  unlöslich  in  Wasser,
leicht  löslich  in  Alkohol  und  Äther,  siedet  bei
85°  C  und  brennt  mit  grüngesäumter  Flamme
unter  Entwicklung  von  stechend  riechendem
Chlorwasserstoffgas.  Das  Ä.  wird  durch  Zusammenbringen ­
  von  Äthylengas  (aus  Spiritus
und  Schwefelsäure  zu  bereiten)  mit  Chlorgas
gewonnen  und  entsteht  gewöhnlich  als  Nebenprodukt ­

  bei  der  Chloralbereitung.  Man  benutzte
es  früher-wie  Chloroform  als  Anästhetikum,
jetzt  nur  noch  zu  Einreibungen.
Äthylgrün,  ein  seit  1866  bekannter  Triphenylmethanfarbstoff
  (s.  d.),  der  aus  dem  Ch  orzinksalze
  des  Bromäthylhexamethylpararosanilinchlorwasserstoffs
  besteht,  kommt  als  moosgrünes
kristallinisches  Pulver  in  den  Handel.  Vgl.  auch
Methylgrün.
Äthylidcnch'orid,  CH 3 .  CHC1,  (Chloräthyliden,
  Aldehydenchlorid,  Chloräthylchlorür,
  lat.  Aethylidenum  chloratum,  frz.
Perchlorure  d'dthylidfme,  engl.  Perchloride  of
Ethylidene),  eine  brennbare,  farblose,  chloroformartig ­
  riechende  Flüssigkeit  von  süßem,  zugleich ­
  pfefferartigem  Geschmack  und  dem  spez.
Gew.  1,8,  ist  unlöslich  in  Wasser,  aber  löslich  in
Alkohol  und  Äther,  und  siedet  bei  58,5"  C.  Das
Ä.  besitzt  dieselbe  chemische  Elementarzusammensetzung ­
  wie  das  Äthylenchlorid,  unterscheidet
sich  aber  von  diesem  durch  die  verschiedene
Gruppierung  der  Atome.  Natriummetall  bleibt
in  reinem  Ä.  unverändert,  während  es  in  Äthylenchlorid ­
  unter  Zersetzung  des  letzteren  in  Chlornatrium ­
  verwandelt  wird.  Das  Ä.  wird  zuweilen
als  Anästhetikum  verwendet.  Man  gewinnt  es
als  Nebenprodukt  bei  der  Chloralbereitung  und
trennt  es  von  dem  bei  99°  siedenden  Chloral
und  dem  Äthylchlorid  durch  fraktionierte  Destillation. ­

Athyljodid,  C 2 H 5 J,  (Jodäthyl,  lat.  Aether  jodatus,
  frz.  Jodure  d'dthyle,  engl.  Ethyl  jodide),
eine  farblose,  ätherisch  riechende  Flüssigkeit
vom  spez.  Gew.  1,946  und  dem  Siedepunkte  72°,
wird  durch  Erwärmen  von  Jod  mit  Alkohol  und
amorphem  Phosphor  dargestellt  und  durch  Schütteln ­
  mit  Wasser  und  nachfolgende  Rektifikation
über  Kalziumchlorid  gereinigt.  Es  muß  in  vollgefüllten, ­
  gut  verschlossenen  Gefäßen  an  dunklen ­
  Orten  aufbewahrt  werden.  Ein  durch  Jodausscheidung ­
  gelb  gewordenes  Ä.  kann  durch
Natriumthiosulfat  wieder  entfärbt  werden,  hingegen ­
  sind  braune  Präparate  zu  verwerfen.  Das
Ä.  findet  in  der  Farbenfabrikation  sowie  zu  medizinischen ­
  Zwecken,  gegen  Rheumatismus,  Syphi
  is  und  Skrofulöse  Anwendung.
Athyl.itrit,  C 2 H 5 N0 2 ,  (Salpetrigsäureäthylester, ­
  lat.  Aether  nitrosus),  entsteht
beim  Einleiten  von  Salpetrigsäuredämpfen  in
Alkohol  oder  bei  der  Behandlung  von  Kaliumnitrit ­
  mit  verdünntem  Alkohol  und  Schwefelsäure ­
  als  eine  gelbliche,  leicht  bewegliche  Flüssigkeit ­
  vom  Gerüche  faulender  Äpfel,  welche  sich
leicht  in  Alkohol,  wenig  in  Wasser  löst.  Das
spez.  Gew.  beträgt  0,947,  der  Siedepunkt  16 0 .
Ä.  bildet  den  Hauptbestandteil  des  Salpeterätherweingeistes ­
  (s.  d.).
Aff:nb  olbaumrinde  (Baobabrinde,  lat ;  Cortex ­
  adansoniae,  frz.  Ecorce  d'adansonie,’engl.
Adansonic  bark),  die  Rinde  des  zu  den  Bombazeen
  gehörigen  Affenbrotbaumes,  Adansonia
  digitata,  aus  den  heißen  Gegenden  Afrikas, ­
  bildet  flache,  rinnenförmige  Stücke  aus
leicht  voneinander  trennbaren  Schichten.  Die
äußere  Rinde  (Korkschicht-)  ist  rauh,  warzig,
von  grauer  Farbe,  die  innere  Fläche  rotbraun.
Auf  dem  Querschnitt  erscheint  die  Rinde  rot
und  weiß  gestreift.  Der  Geschmack  ist  herb
und  bitter.  Die  A.  enthält  einen  roten  Färb-