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Anakuhuiteholz

21

Angelikaöl

occidentale.  Sie  sind  graubraun  bis  schwarzbraun
  und  nierenförmig  und  enthalten  einen
ähnlichen  scharfen  Saft.  Beide  Sorten  unterscheiden ­
  sich  .dadurch,  daß  der  Saft  der  westindischen ­
  A.  auf  der  Hand  blasenziehend  wirkt
derjenige  der  ostindischen  dieselbe  nur  rötet
und  Pusteln  hervorbringt.  Außer  dem  scharfen
Stoffe,  dem  Kardol,  enthalten  die  A.  noch  eine
eigentümliche  Säure,  die  Anakardsäure.  Beide
Arten  von  A.  werden  als  hautreizende  Amulette
getragen,  was  unbedenklich  ist,  solange  die
Schale  nicht  entfernt  wird.  Bei  unvorsichtiger
Anwendung  der  geöffneten  Früchte  dagegen
können  sehr  bösartige,  weitergreifende  Geschwüre ­
  entstehen.
Anakuhuiteholz  (lat.  Lignum  anaeuhmtae,  frz
Bois  de  Anacuite,  engl.  Anacmte  wood),  ein
sehr  bald  wieder  der  Vergessenheit  anheimgefallener ­
  Artikel  des  Drogenhandels,  das  Stammholz ­
  eines  mexikanischen  Baumes,  der  Lordia
Boissieri,  sollte  gegen  Lungenschwindsucht
helfen.
Analgen  (Labordin),  ein  weißes,  geschmackloses ­
  Pulver,  welches  sich  in  chemischer  Hinzieht ­
  vom  Oxychinolin  ableitet;  F.P.:2o8°.  Die
in  Wasser  unlösliche,  in  Äther  lösliche  Substanz
wird  gegen  Fieber,  neuralgische  Leiden  und
neuerdings  vor  allem  gegen  Malaria  angewandt.
Ananas  (frz.  Ananas,  Pomme  de  pin,  engl.
Pine-apple),  die  bekannte,  wegen  ihres  feinen
Aromas  hochgeschätzte  Frucht  der  im  tropischen
Amerika  heimischen  Bromelia  Ananas,  wird
dort  auch  auf  Feldern  angebaut  und  bei  uns  in
Treibhäusern  vielfach  gezogen.  Von  Westindien
und  Brasilien  aus  wird  A.  sowohl  im  frischen
Zustande  als  auch  in  Scheiben  geschnitten  und
in  Zucker  eingemacht  (in  Brasilien  Macachis
genannt)  nach  Europa  versandt.  Auch  aus  Singapore ­
  kommt  jetzt  A.  nach  Hamburg.  Der
Verkauf  der  frischen  Früchte  geschieht  allgemein
nach  dem  Gewichte.
Ananasäther  (Ananasessenz),  ein  Kunstaroma, ­
  besteht  aus  einer  Auflösung  verschiedener ­
  zusammengesetzter  Äther  in  Feinsprit  und
wird  in  konzentrierter  Form  auch  Ananasol
genannt.  Vgl.  Fruchtäther.
Ananasfaser  (Ananashanf,  frz.  Chanvre
d’ananas,  engl.  Ananas  hemp)  wird  sowohl  aus
den  Blättern  der  gewöhnlichen  Ananaspflanze,
als  auch  aus  denen  verschiedener  andrer  Arten
abgesondert  und  je  nach  dem  Grade  ihrer  Feinheit ­
  zu  Seilen,  Tauen  oder  auch  zu  feinen  Geweben ­
  verarbeitet.  Zur  Herstellung  der  ,, Pinas
genannten  Tücher  werden  auf  den  Philippinen
die  jungen  Sprößlinge,  um  die  Fruchtbildung  zu
verhindern,  im  Schatten  großgezogen.
Anchovis  (Kräuteranchovis)  nennt  man  die
Sprotten  (Breitlinge),  kleine,  den  Sardellen
ähnliche  Fischchen  (Clupea  sprattus)  von  io
bis  15  cm  Länge,  die  ohne  weitere  Vorbereitung
mit  Kopf  und  Eingeweiden  in  eine  viel  Salz,
Pfeffer,  Senfkörner  und  Lorbeerblätter  enthaltende ­
  Brühe  eingelegt  werden.  Die  besten,  sog.
echten  A.  kommen  aus  Christiania.  Sie  unterliegen ­
  manchen  Verfälschungen,  besonders  durch
kleine  Heringe,  die  an  dem  größeren  Kopf,  der
schlankeren  Gestalt  und  den  viel  weniger  scharfen ­
  Kielschuppen  erkannt  werden.  Die  franzöd.).

  Anchovysischen

  A.  sind  Sardellen  (s.
Paste  ist  Sardellenbutter.  .  .
Anda-Assu,  die  Samen  einer  brasilianischen
Euphorbiazee  (Anda  Gomesn),  kommen  m
neuerer  Zeit  in  den  Drogenhandel  und  dienen
zur  Herstellung  eines  dem  Rizinusöl  ähnlich
wirkenden  fetten  Öls  (Andaöl,  frz.  Hülle  de
Anda,  engl.  Oil  of  Anda),  welches  bei  +  8  v
erstarrt  und  ein  spez.  Gew.  von  0,918  sowie
schwachgelbe  Farbe  besitzt.
Andaquieswachs,  die  Ausscheidung  einer  besonderen ­
  Bienenart  aus  dem  Gebiete  des  Orinoko ­
  und  Amazonenstromes,  schmilzt  bei  77  v.
Andorn  (Gottvergessenkraut,  weißer
Dorant,  Marobe Ik r a ut,  Mariennesselkraut, ­
  lat.  Herba  marrubn  albi,  frz.  Plante
fleurie  de  marrube  blanc,  engl.  Horehound),  die
zu  Beginn  der  Blütezeit  gesammelten  und  getrockneten ­
  oberen  Blätter  und  Blüten  von  Marrubium
  album,  s.  M.  vulgare,  einer  m  ganz
Mitteleuropa  wild  wachsenden  Labiate  mit  hohlem,
fast  vierkantigem  Stengel,  der  mit  grauweißem
Filz  überzogen  ist  und  rundliche,  gegen  den
Blattstiel  hin  verschmälerte,  grob  gekerbte,  runzlige
  Blätter  trägt.  Die  letzteren  sind  oberseits
graugrün  und  weichhaarig,  unten  weißfilzig.  Die
Blüten  sitzen  zu  Quirlen  vereinigt  in  den  Bla  -
winkeln.  Das  getrocknete  Kraut  steinen  nur
schwachen  Geruch,  aber  bitteren  Geschmack
und  wird  medizinisch  verwendet.  Es  enthalt
etwas  ätherisches  Öl  und  einen  Bitterstoff  das
Marrubiin.  Verwechslungen  mit  den  Blattern ­
  von  Nepeta  Cataria,  den  Ballota-  und  Stachysarten
  können  an  einem  abweichenden  Geruch ­
  und  dem  Fehlen  der  Runzeln  erkannt
"  Anemonenkampfer  (P  u  1  s  a t  i  11  e  nkampfer),
ein  in  verschiedenen  Arten  der  Gattungen  Anemone ­
  und  Ranunculus  enthaltener,  durch  Destillation ­
  mit  Wasser  gewinnbarer  scharfer,  die
Augen  zum  Tränen  reizender  Stoff,  welcher  aus
weißen  Kristallen  besteht  und  beim  Umkristallisieren ­
  aus  Chloroform  in  das  geruchlose  Anemonin
  und  die  amorphe  Isoanemonsar--«
Anetkol,  p-Methoxypropenylbenzol  (lat  Atietholum,
  frz.  Anöthol),  der  sauerstoffhaltige
Hauptbestandteil  und  Geruchsträger  des  Anis-,
Sternanis-  und  Fenchelöls,  wird  jetzt  im  großen
fabrikmäßig  dargestellt.  Es  bildet  schneeweiße,
nach  Anis  riechende  Kristalle  vom  spez.  Gew.
0,984-0,986  bei  25  0  C,  die  bei  22-23»  C  schmelzen, ­
  bei  233—234°  sieden  und  in  Alkohol  und
in  Äther  löslich  sind.
Angelikaöl  (lat.  Oleum  angelicae,  frz.  Essence
d’angölique,  engl.  Angelica  oil),  ein  schwach
gelb  gefärbtes  ätherisches  Öl  von  sehr  starkem
aromatischen  Geruch  und  brennendem  Geschmack, ­
  wird  aus  der  Angehkawurzel  durch
Destillation  mit  Wasserdampf  gewonnen  und
hauptsächlich  zur  Bereitung  aromatischer  Liköre
benutzt.  Auch  aus  dem  Samen  gewinnt  man  ein
01  (0,7—1,5%),  das  jedoch  einen  etwas  andern
Geruch  besitzt.  Das  beste  A.  stammt  aus  den
Angelikawurzeln  des  sächsischen  Erzgebirges,
dann  folgt  das  aus  Thüringer  Wurzeln  und  das
aus  den  Wurzeln  des  Harzes.  Das  spez.  Gew.
liegt  zwischen  0,853  und  0,918.  Ein  aus  japanischen ­
  Wurzeln  gewonnenes  Öl  besitzt  ein  spez