Beifuß

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Benzin

maika  trennt  sich  schon  bei  15°  C  in  einen  festen
und  flüssigen  Teil.  B.  wird  benutzt  zum  Extrahieren ­
  der  wohlriechenden  Stoffe  aus  Blüten,
zum  Einreiben  der  Haut,  zu  Salben  und  Pomaden ­
  und  als  Schmiermittel  für  Präzisionsinstrumente. ­

Beifuß  (Beibiß,  Gänsekraut,  lat.  Herba  arte ­
  misiae  vulgaris,  frz.  Feuille  d’Armoise,  engl.
Mugwort),  eine  in  ganz  Europa  wildwachsende
sowie  auch  in  Gärten  angebaute  Komposite.  Die
Wurzel  wird  im  Frühjahre,  oder  Herbste  gesammelt ­
  und  getrocknet,  nicht  abgewaschen,  sondern ­
  nur  durch  Bürsten  gereinigt,  als  Epilepsiemittel ­
  unter  dem  Namen  Radix  artemisiae
(Beifußwurzel,  frz.  Rhizome  d'Armoise,  engl.
Mugwort-root)  benutzt.  '  Sie  hat  einen  scharfen
Geschmack  und  unangenehmen  Geruch,  den
sie  einem  ätherischen  Öl  (Beifußöl)  verdankt
(etwa  0,1  ”/o).  —  Die  getrockneten  Blütenzweige ­
  finden  nach  Entfernung  der  bitterschmeckenden ­
  Blättchen  als  Gewürz,  namentlich
zu  Gänsebraten,  Verwendung.
Beinholz,  das  Holz  der  gemeinen  Heckenkirsche ­
  (Lonicera  Xylostemum)  ist  die  zäheste ­
  aller  mitteleuropäischen  Holzarten  und  insbesondere ­
  gegen  Witlerungseinflüsse  sehr  widerstandsfähig. ­
  Es  hat  ein  sehr  feines  Gefüge,  läßt
sich  gut  schneiden  und  drehen,  aber  schwer  spalten ­
  und  dient  als  Drechslerholz  und  zu  Maschinenteilen. ­

Beizen.  Unter  diesem  Namen  faßt  man  eine
große  Zahl  von  Substanzen,  meist  flüssigen,  zusammen, ­
  welche  dazu  dienen,  gewissen  Rohstoffen ­
  oder  gewerblichen  Erzeugnissen  an  der
Oberfläche  eine  bestimmte  Farbe  oder  ein  sonst
gewünschtes  Aussehen  zu  verleihen.  Von  den
vier  Hauptgruppen:  Holzbeizen,  Lederbeizen,  Metallbeizen ­
  und  Stoff-  oder  Zeugbeizen  sind  die
drei  ersteren  in  besonderen  Abschnitten  besprochen. ­
  Die  Stoffbeizen  haben  den  Zweck,  solche
Gespinst-  und  Gewebefasern,  die  mit  gewissen
Farbstoffen  keine  echten  Färbungen  liefern,  zur
Aufnahme  und  Fixierung  dieser  Farbstoffe  durch
Bildung  unlöslicher  Verbindungen  (Lacke)  zubefähigen. ­
  In  der  Regel  benutzt  man  hierzu
Lösungen  von  Metallsalzen,  und  zwar  besonders
des  Chroms,  Aluminiums,  Eisens  und  Zinns,  seltener ­
  des  Kupfers,  Zinks,  Kobalts  usw.  Bei  Baumwolle ­
  und  Seide  wird  vor  der  Einwirkung  der
Metallbeize  vielfach  eine  Behandlung  mit  Öl  (s.
Türkischrotöl),  Tannin  (Seide)  oder  Seife  vorgenommen, ­
  wobei  zunächst  ein  unlöslicher  Metallniederschlag ­
  und  danach  erst  der  Farblack
entsteht.
Belladonna,  Tollkirsche,  Wolfskirsche,
die  bekannte,  zu  den  Solanazeen  gehörige  Giftpflanze, ­
  wächst  in  bergigen  Laubwäldern  Südund
  Mitteleuropas  und  wird  in  vereinzelten  Fällen
auch  angebaut.  Obwohl  alle  Teile  der  Pflanze
Atropin  enthalten,  finden  doch  nur  die  Blätter
und  Wurzeln  medizinische  Verwendung.  —  Die
Blätter  (Tollkirschenkraut,  lat.  Folia  s.
Herba  belladonnae,  frz.  Feuilles  de  belladonne,
  engl.  Belladonna  leaves)  sind  eirund,  ganzrandig,
  an  der  Basis  verschmälert,  am  Ende  zugespitzt ­
  und  von  einem  starken  Mittelnerv  durchzogen, ­
  der  unter  einem  Winkel  von  etwa  40 0
parallellaufende  Nerven  nach  dem  Rande  zu  aussendet. ­
  Die  Länge  beträgt  5—15,  die  Breite  4

bis  9  cm.  Die  Blätter  sollen  zur  Blütezeit  gesammelt ­
  und  bei  niederer  Temperatur  rasch  getrocknet ­
  werden,  und  sind  dann  dünn,  fast  durch
scheinend  sowie  oben  bräunlich,  unten  bräun
lichgrün  gefärbt.  Zur  Unterscheidung  von  den
bisweilen  beigemischten  Blättern  des  Nachtschattens ­
  dienen  neben  der  abweichenden  Form  die
eigenartigen  Haare  und  der  Nachweis  der  vorhandenen ­
  Oxalatkristalle.  —  Die  Wurzel  (lat.
Radix  belladonnae,  frz.  Racine  de  belladonne,
engl.  Belladonna-root)  soll  im  Juli  oder  August
gesammelt  und  ungeschält  getrocknet  werden.
Sie  besteht  aus  verschieden  langen,  zylindrischen
Stücken,  die  meist  etwas  gedreht,  längsrunzelig
und  gelblichgrau  erscheinen,  und  bricht  kurz  und
glatt  unter  Zerstäuben  ab.  Der  Holzkörper  zeigt
auf  dem  Querschnitte  zahlreiche  Poren  und  besitzt ­
  die  gleiche  weißlichgraue  Farbe  der  Rinde,
die  von  ihm  nur  durch  eine  dunklere  Linie  getrennt ­
  ist.  Bisweilen  beigemischte  Wurzeln  von
Althaea  und  Malva  silvestris  unterscheiden  sich
durch  den  faserigen  Bruch,  Klettenwurzel  erkennt
man  daran,  daß  sie  nicht  stäubt  und  wegen  dek
Fehlens  von  Stärke  mit  Jod  nicht  blau  wird,
Blätter  und  Wurzeln  enthalten  etwa  0,5  ”/o  Atropin ­
  (s.  d.)  und  dessen  Zersetzungsprodukte  Hyoszyamin ­
  und  Belladonnin,  heben  geringen
Mengen  von  Chrysätropasäure,  Cholin,  organischen ­
  Säuren  und  viel  Stärke.  Sie  dürfen  ebenso
wie  das  aus  dem  ganzen  Kraute  hergestellte
Belladonnaextrakt  im  Kleinhandel  nicht  abgegeben ­
  werden.  —  Seit  einiger  Zeit  kommt
eine  japanische  B.  von  Scopolia  japonica  in
den  Handel,  die  zwei  besondere  Alkaloide,  das
Rotoin  •und  Skopolem,  enthält,  aber  ganz
ähnliche  Wirkung  zeigt.
Belmontine  ist  ein  in  England  aus  indischem
Bergteer  abgeschiedener  paraffinartiger  Stoff,
der  als  Kerzenmaterial  Verwendung  findet.
Benediktiner,  gesetzlich  geschützter  Name  eines
feinen  französischen  Likörs.  Zur  Darstellung  von
Nachahmungen  sind  verschiedene  Vorschriften
im  Gebrauch,  von  denen  hier  nach  König  die
folgende  angeführt  sei:  in  die  Destillierblase
werden  45  1  Spiritus  von  96  °/o  und  201  weiches
Wasser  gegeben.  In  den  Extraktionsapparat
kommen  folgende  zerkleinerte  Kräuter:  500  g
frische  Zitronenmelisse,  150  g  Alpenbeifuß,  60  g
Kardamomen,  250  g  Ysopspitzen,  100  g  Angelikasamen, ­
  150  g  Angelikawurzeln,  250  g  Pfefferminzkraut, ­
  30  g  Thymiankraut,  30  g  Zeylonzimt,  30  g
Muskatblüte,  30  g  Nelken,  30  g  Arnikablumen,
250  g  Wohlverleihblumen,  100  g  Bisamkörner.
Nach  der  Destillation  werden  dann  noch  2—10
Tropfen  von  18  verschiedenen  ätherischen  Ölen
(meist  von  Gewürzen)  zugesetzt.
Benzanilid,  Benzoylanilid,  C 6 H 5 .NH.CO.
C 6  Hg,  entsteht  bei  Einwirkung  von  Benzoylchlorid
  auf  Anilin  als  ein  weißes,  perlmutterartig ­
  glänzendes  Kristallpulver  vom  Schmelzpunkt
163°.  Es  wird  als  Fiebermittel  in  der  Kinderpraxis ­
  benutzt,  da  es  nicht  die  unangenehmen
Nebenwirkungen  des  Antifebrins  zeigt 1 .
Benzin.  Unter  diesem  Namen  vereinigt  die
Technik  eine  Reihe  von  Produkten  verschiedenen
Ursprungs  und  verschiedener  chemischer  Zusammensetzung. ­
  i.  Petroleumbenzin  oder  eigentliches ­
  Benzin  besteht  aus  den  leicht  siedenden
Anteilen  des  Rohpetroleums,  welche  bei  der