Feldkümmel

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Fenchelöl

geführten  F.  werden,  abgesehen  von  unbedeutender ­
  medizinischer  Verwendung,  als  Dessertfrucht ­
  und  zur  Herstellung  eines  Kaffee-Ersatzmittels, ­
  des  sog.  Feigenkaffees,  benutzt.  Sie
halten  sich  nur  etwa  ein  Jahr,  unterliegen  dem
Schimmel,  den  Milben  und  dem  Insektenfraß
und  gehen  überdies  leicht  in  Gärung  über.
Feldkümmel  (Quendel,  wilder  Thymian,
Feldquendel,  Feldthymian,  lat.  Herba  serpylli,
  frz.  Serpolet,  engl.  Mother  of  thyme),  die
an  trockenen  Anhöhen,  Wald-  und  Feldrändem
häufig  wachsende,  kleine  strauchartige  Pflanze
(Thymus  Serpyllum)  mit  halb  kriechendem,
rötlichem,  vierkantigem,  schwach  behaartem
Stengel,  ovalen  Blättchen  und  quirlständigen
rosenroten  Lippenblüten,  besitzt  einen  angenehm
aromatischen  Geruch  und  bitterlich  zusammenziehenden ­
  Geschmack  und  wird  im  Sommer
gesammelt  und  getrocknet.  Das  unter  gutem
Verschluß  aufzubewahrende  Kraut  dient  zu
Kräuterkissen  und  in  Form  von  Abkochungen
zu  stärkenden  Bädern  und  zu  Tees.  Durch  Destillation ­
  mit  Wasser  erhält  man  etwa  0,15  bis
0,60/0  eines  farblosen  bis  goldgelben  ätherischen
Öles,  Oleum  Serpylli,  den  konzentrierten  Riechstoff ­
  des  Krautes.
Feldspat  (frz.  Feldspathe,  engl.  Feldspar),  ein
sehr  verbreitetes  Mineral,  das  sowohl  einen
regelmäßigen  Bestandteil  wichtiger  Massengesteine ­
  :  Granit,  Syenit,  Porphyr,  Gneiß,  Trachyt
  bildet,  als  auch  selbständig  in  größeren
Lagern  auftritt,  besteht  im  wesentlichen  aus
Alkali-  oder  Kalktonerdesilikat.  Die  verschiedenen ­
  Arten  der  Feldspate  unterscheidet  man
nach  der  Kristallform  in  zwei  Gruppen,  die  monoklinen ­
  und  triklinen  F.  und  rechnet  zu
den  ersteren  den  Kalifeldspat  oder  Orthoklas, ­
  zu  den  letzteren  den  Natronfeldspat
oder  Albit  und  den  Kalkfeldspat  oder  Anorthit ­
  sowie  die  isomorphen  Mischungen  beider,
die  Natronkalkfeldspate.  Alle  triklinen  F.  werden ­
  als  Plagioklase  bezeichnet.  Von  den  Abarten ­
  des  Orthoklases  wird  die  am  reinsten
kristallisierende,  der  Adular,  welcher  in  Form
wasserheller,  häufiger  gefärbter  Massen  auftritt, ­
  als  Schmuckstein  verwandt.  Er  zeigt  Glasglanz, ­
  auf  Spaltflächen  Perlmutterglanz,  bisweilen ­
  auch  in  geschliffenem  Zustande  einen
eigentümlichen,  in  Farben  spielenden  Lichtschimmer ­
  und  kommt  unter  verschiedenen  Namen: ­
  Mondstein,  Sonnenstein,  Fischauge
oder  Wasseropal  in  den  Handel.  Dem  Orthoklas ­
  verwandt  ist  ein  trikliner  F.  (Mikroklin),
der  grüne  Arnazonenstein  aus  Sibirien,  der
in  Katharinenburg  verarbeitet  wird.  Die  grüne
Farbe  beruht  nicht,  wie  man  früher  annahm,  auf
einem  Kupfergehalt  und  geht  beim  Glühen  verloren. ­
  Eine  prachtvolle  Abart  des  Natronkalkfeldspates, ­
  der  Labradorit  (Labrador),  der
auf  den  Spaltflächen  sehr  schöne  Irisfarben
(Blau,  Grün,  Kupferrot)  zeigt  und  auf  der  Pauls-Insel
  sowie  der  benachbarten  Labradorküste
in  großen  Massen  gewonnen  wird,  dient  zur
Herstellung  von  Schmucksteinen,  Tischplatten
u.  dgl.  Die  weniger  schön  kristallisierenden
dichten  F.  finden  ausgedehnte  Anwendung  zur
Herstellung  des  Porzellans,  ferner  von  leicht
flüssigen  Glasuren  und  von  Emails.  Auch  als
Ausgangsmaterial  der  Porzellanerde,  des  Kaolins ­

  (s.  d.),  welcher  ein  natürliches  Verwitterungsprodukt ­
  des  Feldspats  ist,  beansprucht  er
ebenfalls  die  größte  Beachtung.  F.  wird  in
großen  Mengen  von  Finnland  und  Schweden,
ja  selbst  aus  Grönland  für  Porzellanfabrikation
eingeführt.
Felle,  die  Häute  verschiedener  Säugetiere,  z.  B.
der  Bären,  Fischotter,  Katzen,  Marder,  Ziegen,
haben  insofern  für  den  Drogenhandel  ein  gewisses ­
  Interesse,  als  die  Haare  das  Material  für
Pinsel  und  Bürsten  geben.  Katzenfelle  werden
auch  vielfach  gegen  Rheumatismus  verwendet,
indem  man  die  schmerzenden  Stellen  damit
bedeckt.
Fenchel  (lat.  Fructus  foeniculi,  frz.  Fruits  de
fenouil,  engl.  Fennel  fruit),  eine  bekannte  würzhafte ­
  Doldenpflanze,  Foeniculum  officinale, ­
  wächst  in  Südeuropa  wild  und  wird  bei
uns  vielfach  in  Gemüsegärten,  zum  Teil  auch  im
großen  als  Feldfrucht  angebaut.  Namentlich  in
Thüringen,  Württemberg,  Böhmen,  Mähren,  Galizien ­
  und  Polen  finden  sich  ausgedehnte  Fenchelfelder. ­
  Die  Wurzel  treibt  im  zweiten  Jahre,
oder  auch  wohl  noch  öfter  wieder,  so  daß  nicht
jedes  Jahr  gesät  zu  werden  braucht.  Die  ganze
Pflanze  enthält  medizinisch  verwertbare  Stoffe,
doch  werden  Kraut  und  Wurzel  mehr  nebensächlich, ­
  als  Hausmittel,  gebraucht,  während  als
Handelsware  allein  die  gehaltreicheren  Teile,
die  Früchte,  in  Frage  kommen.  Die  länglichen,
gerippten  und  zwischen  den  Rippen  mit  je  einer
dunklen  Ölstrieme  versehenen  Früchte,  deren
Größe  und  Färbung  wechselt,  enthalten  als  charakteristischen ­
  Bestandteil  das  Fenchelöl  (s.  d.)
oder  vielmehr  das  im  letzteren  enthaltene
Anet  hol.  Die  Haupthandelssorte  bildet  der
sogenannte  sächsische  Fenchel,  der  in  der
Gegend  von  Lützen  und  Weißenfels  in  großer
Menge  gebaut  wird  und  dessen  größere,  lebhafter
grüne  Körner  Kammfenchel  genannt  werden.
Nächst  diesem  spielen  der  Thüringer,  der
mährische  und  galizische  F.  die  Hauptrolle.
Außerdem  findet  sich  im  Drogenhandel  noch
der  sog.  römische  oder  italienische  F.,  der
viel  größer  im  Kern,  schön  grünlich  und  weit
aromatischer,  von  einer  anderen  Art,  Foeniculum ­
  dulce,  stammt,  die  nur  einjährig  ist
und  in  Südeuropa  gebaut  wird.  Seit  einiger
Zeit  kommt  auch  ostindischer  F.  in  den  Handel, ­
  der  jedoch  noch  weniger  gut  ist  als  der
ebenfalls  zuweilen  angebotene  levantinische.
F.  in  Pulverform  dient  zur  Herstellung  von  Abkochungen ­
  und  Aufgüssen,  die  als  offizineile
Arznei-  und  Hausmittel  Anwendung  finden.
Ganzer  F.  dient  mehr  als  bloßes  Gewürz.
Fenchelöl  (lat.  Oleum  foeniculi,  frz.  Essence
de  fenouil,  engl.  Fennel-oil),  das  durch  Wasserdampfdestillation ­
  gewonnene  ätherische  Öl,  stellt
eine  farblose  oder  gelbliche,  nach  Fenchel
riechende  Flüssigkeit  dar,  welche  ein  spez.  Gew.
von  0,965—0,977  und  eine  Drehung  von  -j-12
bis  -j-24 0  besitzt.  Es  löst  sich  in  0,5—1  Vol.
goo/oigen  und  in  6—8  Vol.  800/oigen  Alkohols.
In  der  Kälte  erstarrt  es  zu  einer  kristallinischen
Masse,  die  je  nach  der  Güte  des  Öls  erst  bei
-j-  5"  oder  höherer  Temperatur  wieder  geschmolzen ­
  ist.  Das  Erstarren  hängt  mit  dem
Gehalt  an  Anethol  zusammen,  von  dem  gute
Öle  etwa  50—60  0/0  enthalten.  Je  höher  die