Flußspat

Formaldehyd

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wozu  man  entweder  die  flüssige  Säure  oder
einen  Brei  aus  Flußspat  und  Schwefelsäure  auf
die  zu  ätzende  Fläche  aufträgt  oder  letztere  den
Dämpfen  der  Säure  aussetzt.  Soweit  die  Glasgegenstände ­
  nicht  durch  einen  Deckfirnis  oder
Paraffinüberzug  geschützt  sind,  zeigen  sie  infolge ­
  der  Ausscheidung  von  Salzen  der  Kieselfluorwasserstoffsäure ­
  mattgeätzte  Stellen  (Zeichnungen, ­
  Inschriften,  Thermometerskalen).  Im
Laboratorium  benutzt  man  die  F.  zur  Ausschließung ­
  der  Silikate,  wobei  die  gesamte
Kieselsäure  als  Siliziumfluorid  ausgetrieben  wird,
während  die  Basen,  hauptsächlich  die  Alkalien,
zurückbleiben.  —  Beim  Einleiten  des  Siliziumfluorids, ­
  SiF 4 ,  in  Wasser  entsteht  unter  Abscheidung ­
  gallertartiger  Kieselsäure  eine  Lösung
von  Kieselfluorwasserstoffsäure  (s.  d.),
H 2 SiF 6 ,  die  in  der  Zeugdruckerei  als  Ätzbeize
an  Stelle  von  Weinsäure  und  beim  Weißsieden
(Verzinnen)  von  Messingwaren,  wie  Stecknadeln,
Kleiderhaken  usw.  als  Ersatz  für  Weinsäure  benutzt ­
  wird.
Flußspat  (Fluorit,  frz.  Spath-fluor,  engl.
Fluor-spar),  ein  meist e auf  Erzgängen  und  in
Drusenräumen  vorkommendes,  aus  Fluorkalzium ­
  bestehendes  Mineral,  findet  sich  teils  dicht
und  derb,  in  weißen  oder  grauen  Massen,  teils
in  oft  ziemlich  großen  Kristallwürfeln,  die  durchsichtig ­
  wie  Glas,  farblos  oder  verschieden  gefärbt ­
  sein  können  und  im  auffallenden  Lichte
oft  eine  andere  Farbe  als  im  durchfallenden
Lichte  zeigen  (Fluoreszenz).  Die  blauen  und
violetten  Flußspate  werden  bisweilen  als  Halbedelsteine, ­
  die  weniger  schönen  zur  Darstellung
von  Flußsäure  sowie  als  Flußmittel  beim
Ausschmelzen  von  Metallen  aus  ihren  Erzen  benutzt. ­
  Von  der  Eigenschaft,  sehr  leicht  schmelzbare ­
  Schlacken  zu  liefern,  leiten  sich  die  Namen
des  Minerals  ab.  Es  stammt  hauptsächlich  aus
dem  Erzgebirge  und  dem  Harze,  England  und
Norwegen.  —  Zu  vergl.  Edelsteine.
Folia  ist  die  lateinische,  im  Drogenhandel  gebräuchliche ­
  Benennung  für  Blätter,  die,  mit  Ausnahme ­
  der  Kirschlorbeerblätter,  nur  im  getrockneten ­
  Zustande  in  den  Handel  kommen.
Die  wichtigsten  sind:  Folia  aconiti,  Eisenhutblätter; ­
  F.  althaeae,  Eibischblätter;  F.  boldo,
Boldoblätter;  F.  bucco,  Buccoblätter;  F.  coca,
Kokablätter;  F.  digitalis,  Fingerhutblätter;  F.
farfarae,  Huflattichblätter;  F.  hyoscyami,  Bilsenkrautblätter;
  F.  lauri,  Lorbeerblätter;  F.  laurocerasi,
  Kirschlorbeerblätter;  F.  nicotianae,  Tabakblätter; ­
  F.  salviae,  Salbeiblätter;  F.  toxicodendri,
  Giftsumachblätter;  F.  uvae  ursi,  Bärentraubenblätter ­
  usw.
Foral,  ein  Enthaarungsmittel,  besteht  aus  einem
Gemisch  von  je  150/0  Strontiumsulfid,  Strontiumsulfat ­
  und  Kalziumkarbonat  mit  450/0  Weizenstärke ­
  und  geringen  Mengen  Soda  und  Zinkoxyd. ­
  Der  Anwendung  des  durch  seinen  Gehalt ­
  an  Schwefelstrontium  wirksamen  Präparates ­
  steht  der  unangenehme  Geruch  nach
Schwefelwasserstoff  entgegen.
Force,  ein  als  Universalnahrung  auf  den  Markt
geworfenes  amerikanisches  Reklameprodukt,
besaß  das  Aussehen  von  Haferflocken  und  die
Zusammensetzung  und  den  Geschmack  altbackenen ­
  Zwiebacks.  Größere  Verbreitung  scheint
es  nicht  gefunden  zu  haben.

Forelle  (frz.  Trustes,  engl.  Trouts).  Die  Forellen ­
  sind  dem  Lachs  (s.  d.)  nahe  verwandte
Knochenfische  aus  der  Familie  der  Salmonidae,
  die  sich  durch  schöne  Färbungen  und
ein  vorzüglich  schmeckendes  nahrhaftes  Fleisch
auszeichnen.  Die  Anordnung  der  Flossen  stimmt
mit  derjenigen  des  Lachses  völlig  überein,  doch
ist  der  Körper  weniger  schlank,  sondern  eher
etwas  plump  und  gedrungen  gebaut.  Von  den
zahlreichen  Arten  seien  angeführt:  1.  Die  Bachforelle ­
  (Salmo  fario)  lebt  am  liebsten  in  klaren ­
  Gebirgswässern  und  Waldbächen  von  niedriger, ­
  nicht  sehr  wechselnder  Temperatur,
kommt  aber  auch  in  größeren  Flüssen  vor  und
kann  sogar  in  Teichen  künstlich  gezüchtet  werden. ­
  Je  nach  der  Farbe  des  Gewässers  wechselt
das  Aussehen  der  Fische  zwischen  silberglänzend ­
  (in  hellen  Bächen)  und  braunschwarz  (in
Waldbächen  mit  moorigem  Grunde).  Der  ganze
Körper,  auch  die  Flossen,  sind  mit  augenförmigen ­
  schwarzen  und  roten  Tüpfeln  verziert.  Die
F.,  die  in  größeren  Flüssen  bis  zu  1  m  lang
werden  kann,  in  kleinen  Bächen  aber  meist  nur
20  cm  erreicht  und  unter  18  cm  überhaupt  nicht
gefangen  werden  soll,  wird  als  Delikatesse  geschätzt ­
  und  meist  hoch  bezahlt.  Die  beständig
an  Ausdehnung  gewinnende  künstliche  Züchtung ­
  in  Teichen  oder  durch  Aussetzen  künstlich
befruchteter  Eier  in  Bäche  muß  aber  mit  der
Zeit  ein  Sinken  der  Preise  bewirken.  Von  Feinschmeckern ­
  wird  das  derbe  Fleisch  der  Wildforellen ­
  demjenigen  der  gezüchteten  vorgezogen.
Die  Versendung  erfolgt  lebend  oder  geschlachtet
zwischen  grüne  Blätter  verpackt.  2.  Die  Rotforelle, ­
  auch  Saibling,  Ritter,  Salbing,
Röteli,  Schwarzrötel  genannt  (Salmo  salvelinus)
  ist  ein  aus  Amerika  eingeführter  Bewohner ­
  der  schottischen,  skandinavischen  und
schweizerischen  Seen,  der  bis  zu  5  kg  schwer
wird,  im  übrigen  aber  der  vorigen  ähnelt.  Als
Kennzeichen  dient  ein  weißer  Saum  am  vorderen ­
  Rande  der  Brust-,  Bauch-  und  Afterflosse.
3.  Die  Regenbogenforelle  (Salmo  irideus)  ist
durch  einen  rötlichen  Streifen  gekennzeichnet,
der  längs  der  Seitenlinie  vom  Kopfe  bis  zum
Schwänze  verläuft.  Sie  wird  wie  die  vorgenannten ­
  wegen  ihres  vortrefflichen  Fleisches  geschätzt, ­
  ist  aber  weniger  empfindlich  und  noch
leichter  zu  züchten  als  diese.  See-  und  Meerforelle ­
  sind  unter  „Lachs“  besprochen  worden.
Foulards  (Fulas,  frz.  und  engl.  Foulards)
nannte  man  ursprünglich  ostindische,  buntgedruckte ­
  seidene  Hals-  und  Taschentücher.  Jetzt
bezeichnet  der  Name  Kleiderstoffe  aus  ungezwirnter ­
  Rohseide  mit  florettseidenem  Schuß
oder  auch  ganz  Seide  gewebt,  die  in  verschiedenen ­
  Druckmustern,  aber  auch  streifig,
kariert,  einfarbig  in  französischen,  englischen
und  deutschen  Seidenfabriken  hergestellt  werden.
Formaldehyd  (Ameisenaldehyd),  ein  von
A.  W.  Hofmann  im  Jahre  1867  entdecktes,
stechend  riechendes  Gas,  H.CHO,  hat  in  Form
seiner  wäßrigen  Lösung  als  Formalin  (Formol,
Methylaldehyd,  lat.  Formaldehydum  solutum,
frz.  Formaline,  Formaldehyde,  engl.  Formaldehyd) ­
  große  technische  Bedeutung  erlangt.
Zur  Darstellung  im  großen  wird  ein  trockener
Luftstrom  durch  Methylalkohol  von  50  0/0  gesaugt, ­
  und  das  Gemenge  von  Methylalkohol-