Goldlacke

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Granat

Masse,  die  in  Wasser,  Alkohol  und  Äther  löslich
ist.  Mit  Natriumchlorid  vereinigt  es  sich  zu
einem  kristallisierenden  Doppelsalze  Natriumgoldchlorid.
  Beide  Salze  werden  in  der  Medi
zin,  ferner  in  der  Photographie,  zur  Malerei  auf
Glas  und  Porzellan,  zur  galvanischen  Vergoldung
und  zum  Färben  von  Glasflüssen  benutzt.
Goldlacke  (Goldfirnisse),  hellfarbige  Lacke,
die  durch  einen  löslichen  gelben  Farbstoff
(Gummigutt,  Orlean,  Drachenblut)  gefärbt  sind,
dienen  zum  Lackieren  von  Gegenständen  aus
Tombak  und  Messing,  auch  von  abgeschliffenem
Holz,  besonders  aber  bei  der  Herstellung  unechter ­
  Goldleisten,  deren  Belegung  von  Blattsilber ­
  der  aufgesetzte  gelbe  Lack  das  Aussehen ­
  von  Gold  verleiht.  Auch  auf  wirkliches
Blattgold  werden  diese  Lacke  aufgetragen,  um
der  Vergoldung  mehr  Dauer,  Glanz  und  Feuer
zu  geben.
Goldpurpur  (Cassius  Purpur),  die  berühmte,
zum  Rotfärben  des  Goldrubinglases  benutzte
Farbe,  wird  durch  Vermischen  einer  durch  Eisenchlorid ­
  teilweise  oxydierten  Zinnchlorürlösung
mit  Goldchlorid  dargestellt  als  ein  mehr  oder
weniger  rotes  Pulver  mit  einem  Goldgehalt  von
20—75  o/o.  In  chemischer  Hinsicht  ist  es  nach
neueren  Forschungen  als  ein  Gemenge  von  feinverteiltem ­
  (kolloidalem)  Gold  mit  Zinndioxyd
anzusehen.
Gomutifaser,  die  von  einer  auf  allen  Sunda-Inseln
  wachsenden  Palme,  Arenga  saccharif
  era,  abstammende  pferdehaarähnliche  Faser
wird  zu  Tauwerk,  zum  Kalfatern  der  Schiffe
usw.  verwandt.
Gonorol,  ein  Mittel  gegen  Tripper,  besteht
aus  Santalol,  dem  Hauptbestandteil  des  Sandelholzöles. ­

Gorgonzola,  ein  italienischer,  auch  Stracchino
  genannter  Fettkäse,  der  wie  der  Roquefort
von  Schimmelwucherungen  durchsetzt  ist  und  in
großen  runden  Laiben  in  den  Handel  kommt,
wird  meist  mit  einem  Gemisch  von  Schwerspat
mit  Talg  oder  Schweinefett  umhüllt  und  äußerlich ­
  wohl  auch  mit  Eisenoxyd  gefärbt.  Infolge  ,
des  Widerspruchs  der  ausländischen  Abnehmer
gegen  diese  bis  zu  27  °/o  betragende  Beschwerung ­
  hat  die  italienische  Regierung  zunächst  den
Ersatz  des  Schwerspats  durch  Talk  oder  Ton,
später  aber  die  Fortlassung  des  Überzuges  überhaupt ­
  empfohlen.
Gose,  ein  helles,  schäumendes,  in  echter  Form
zugleich  ober-  und  untergäriges  Bier  von  süßsäuerlichem
  Geschmack,  wurde  ursprünglich  in
Goslar  am  Harz  gebraut,  während  es  jetzt  auf
dem  Rittergute  Döllnitz  bei  Halle  hergestellt,  in
Leipzig-Gohlis  und  anderen  Orten,  allerdings
meist  nur  als  obergäriges  Bier,  nachgeahmt  wird.
Obschon  die  Vorschrift  zur  Herstellung  geheimgehalten ­
  wird,  so  scheint  es  doch  keinem  Zweifel
zu  unterliegen,  daß  die  G.  aus  Weizen,  möglicherweise ­
  auch  etwas  Hafer  und  aus  Gerstenmalz  gebraut ­
  wird.  Auch  enthält  sie  etwas  Kochsalz
und  Weinsäure.  Für  weiteren  Versand  in  Fässern
ist  die  G.  nicht  geeignet.  Auf  Flaschen  gefüllt
(Stöpselgose)  läßt  sie  sich  aber  ziemlich  gut
versenden.  Die  echte  Döllnitzer  G.  wird  in  Leipzig ­
  und  Umgegend  in  eigentümlich  gestalteten,
sehr  Janghalsigen,  nicht  verkorkten  Flaschen
aufbewahrt,  wobei  sich  der  größte  Teil  der
Mercks  Warenlexikon.

Hefe  am  Boden,  der  kleinere  oben  im  Halse  absetzt. ­

Gottesgnadenkraut  (Purgierkraut,  wilder
Aurin,  lat.  Herba  gratiolae,  frz.  Gratiole,  engl.
Hedge-Hyssop),  eine  auf  feuchten  Wiesen  vorkommende ­
  ausdauernde  Skrophulariazee  mit
gegenständigen,  sitzenden,  lanzettförmigen,  etwas
eingesägten  Blättern  und  einzeln  in  den  Blattwinkeln ­
  stehenden  Blüten  mit  weißer  oder  fleischroter ­
  Blumenkrone  und  gelblicher  Röhre,  ist
geruchlos,  hat  aber  einen  scharfen,  widrigen,
zusammenziehenden  Geschmack.  Das  mit  der
Blüte  gesammelte  und  getrocknete  Kraut  enthält
zwei  abführende  Glykoside,  Gratiosolin  und
Gratiolin,  und  wird  als  Abführmittel  sowie
bei  Wassersucht  angewandt.
Gottliebs  Hautfunktionsöl,  ein  verbreitetes
Kurpfuschermittel,  ist  gewöhnliches  Olivenöl.
Goudron,  ein  Ersatzstoff  für  Asphalt,  wird  entweder ­
  aus  den  Destillationsprodukten  des  Braunkohlenteers ­
  oder  durch  Zusammenschmelzen  von
Asphalt  mit  natürlichen  zähen  Naphthasorten  (Bergteer) ­
  dargestellt  und  an  Stelle  des  reinen  Asphalts
zur  Straßenbedeckung  und  ähnlichen  Zwecken
benutzt.
Granat  (frz.  Grdnat,  engl.  Garnet),  ein  in  zahl
reichen  Abarten  vorkommendes,  zu  den  wasserfreien ­
  Doppelsilikaten  gehöriges  Mineral,  kristallisiert ­
  im  tesseralen  Systeme,  am  häufigsten  in
Kombinationen  mit  vorherrschendem  Rhombendodekaeder. ­
  Je  nach  der  Art  der  Basen,  mit
denen  die  Kieselsäure  verbunden  ist,  pflegt  man
zwei  Gruppen  zu  unterscheiden,  nämlich  Ton
granaten  und  Eisengranaten,  von  denen  die
ersteren  Tonerde-,  die  letzteren  Eisensilikate  enthalten. ­
  Von  den  Tongranaten  unterscheidet  man
wieder:  Eisenoxydultongranaten,  Kalktongranaten ­
  und  die  selteneren  Mangantongranaten,
  während  die  Eisenoxydgranaten  meist
Kalk-Eisengranaten  sind.  Einige  G.  enthalten ­
  auch  etwas  Magnesia  und  Chromoxyd.  Im
Handel  versteht  man  unter  G.  gewöhnlich  nur
die  feurig  dunkelroten  Sorten,  die  am  häufigsten ­
  als  Schmucksteine  geschliffen  werden,  doch
verarbeitet  man  auch  andersfarbige,  grüne,  gelbe,
braune  und  schwarze  sowie  farblose  G.  zu
Schmucksachen.  Die  roten  G.  werden  zuweilen
auch  Karfunkel  genannt.  In  Deutschland  verwendet ­
  man  vorzugsweise  böhmische  G.,  die
auch  Pyropen  heißen,  jedoch  von  den  ostindischen ­
  und  grönländischen  an  Reinheit  und  schöner ­
  Färbung  übertreffen  werden.  Sie  finden  sich
gewöhnlich  auf  zweiter  Lagerstätte,  in  Schwemmund
  Schuttland,  im  Sande  von  Flüssen  und
Bächen,  besonders  am  Fuße  des  böhmischen
Mittelgebirges  bei  Podsedlitz,  Trziblitz,  Maronitz
und  in  der  Gegend  von  Gitschin,  wo  schon  seit
alten  Zeiten  reiche  Erträge,  besonders  an  kleinen
Steinen,  gewonnen  werden.  Die  G.  werden  an
mehreren  Orten  Böhmens  in  besonderen  Schleife
reien  facettiert  und,  soweit  sie  nicht  sofort  gefaßt ­
  werden,  gebohrt,  damit  sie  auf  Schnüre
gereiht  und  so  in  den  Handel  gebracht  werden
können.  Außerdem  werden  in  Böhmen  auch  auswärts ­
  gesammelte  G.,  namentlich  Tiroler  aus  dem
Zillertal,  verarbeitet.  Das  Anschleifen  der  Flächen ­
  geschieht  meist  nur  auf  das  Ungefähr  hin,
doch  werden  große  und  schöne  Stücke,  wie  sie
in  Böhmen  und  überhaupt  selten  sind,  nach  den

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