Kampferöl

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Kaninchenhaar

kampfer  und  den  Ngaikampfer.  Ersterer,
auch  Sumatra-K.  genannt,  findet  sich  als  kristallinische ­
  bräunliche  Masse  in  Höhlungen  und
Rissen  der  älteren  Stämme  von  Dryobalanops
aromatica,  eines  zu  der  Familie  der  Dipterokarpazeen
  gehörigen  Baumes,  der  auf  Sumatra
und  Borneo  vorkommt,  aber  sehr  selten  geworden ­
  ist.  Der  Borneokampfer  wird  in  seiner
Heimat  zu  religiösen  Zeremonien  gebraucht  und
gelangt  nur  als  seltenes  und  kostbares  Sammlungsprodukt ­
  nach  Europa.  Sein  Geruch  ist  zugleich ­
  kampfer-  und  pfefferartig,  an  Ambra
erinnernd.  Künstlichen  Borneokampfer,  Borneol
(s.  d.),  erhält  man  durch  Reduktion  des  Japankampfers.
  Der  Ngai-  oder  Blumea-K.  stammt
von  der  in  Indien  und  China  heimischen  Komposite ­
  Blumea  balsamifera  und  wird  ausschließlich ­
  in  den  Ursprungsländern  zu  Tusche  und
medizinisch  verwandt.
Kampferöl,  japanisches  oder  natürliches
(lat.  Oleum  camphorae),  nicht  zu  verwechseln
mit  dem  Kampferöl  der  Arzneibücher  (Oleum
camphoratum),  wird  bei  der  Gewinnung  des
Japankampfers  erhalten  und  wurde  früher  an
Ort  und  Stelle  meist  als  Leuchtmaterial  verbraucht. ­
  Jetzt  gelangt  dieses  sog.  Kampferrohöl,
eine  gelbliche  bis  bräunliche  stark  nach  Kampfer
riechende  Flüssigkeit,  entweder  als  solches  in  den
Handel  oder  wird  in  Japan  selbst  durch  fraktionierte ­
  Destillation  in  Kampfer,  Kampferweißöl  und
Kampferrotöl  getrennt.  Letzteres  besteht  in  der
Hauptsache  aus  Safrol,  während  das  Kampferweißöl ­
  fast  ganz  aus  Terpenen  besteht  und  infolge
seiner  Ähnlichkeit  mit  Terpentinöl  häufig  an
dessen  Stelle  Verwendung  findet.  Das  nach  Europa ­
  gelangende  Kampferöl  wird  besonders  auf
Kampfer  und  Safrol  verarbeitet,  wobei  als  Nebenerzeugnisse ­
  leichtes  Kampferöl,  schweres  Kampferöl ­
  und  blaues  Kampferöl  erhalten  werden.  Das
leichte  Kampferöl  enthält  hauptsächlich  Terpene
und  dient  als  Ersatz  des  Terpentinöls  in  der
Lackfabrikation  sowie  zum  Parfümieren  gewöhnlicher ­
  Seife.  Das  schwere  Kampferöl,  welches ­
  besonders  Safrol,  Eugenol,  Zineol  und
Terpineol  enthält,  wird  ebenfalls  zum  Parfümieren ­
  von  Seifen  und  als  Schmiermittel  benützt, ­
  und  das  blaue  K.  schließlich,  das  aus
Sesquiterpenalkoholen  besteht,  findet  als  Bindemittel ­
  für  gewöhnliche  Seifenparfüms  Verwendung. ­

Kamptulikon,  eine  in  England  aus  gepulverten ­
  Abfällen  der  Korkschneiderei  mit  geringen
Mengen  von  Kautschuk  hergestellte  Masse,  ist
durch  das  ähnliche,  aber  billigere  Linoleum
(s.  d.)  verdrängt.
Kanadabalsam  (lat.  Terebinthina  canadensis,
Baisamum  canadense,  frz.  Baume  de  Canada,  engl.
Canada  turpentine,  Balsam  of  Canada),  eine  dickflüssige, ­
  zähklebrige,  durchsichtige  und  fast  farblose ­
  Flüssigkeit  von  terpentinartigem  Gerüche,
ist  das  Harz  von  Abies  balsamea,  der  Balsamtanne ­
  Kanadas.  Es  wird  in  Amerika  medizinisch, ­
  bei  uns  zur  Einhüllung  mikroskopischer
Präparate  und  in  der  Porzellanmalerei  gebraucht
(s.  Terpentin).
Kanadol,  derjenige  Teil  des  Rohpetroleums,
welcher  bei  etwa  6o°C  siedet  und  ein  zwischen
0,650  und  0,700  liegendes  spez.  Gew.  hat,  besteht

aus  einem  Gemenge  mehrerer  Kohlenwasserstoffe ­
  der  Äthanreihe.
Kanariennüsse  werden  die  walnußartigen
Früchte  des  über  Neuguinea  verbreiteten  Baumes
Canarium  polyphyllum  genannt,  welche  sich  wegen
ihres  Fettgehaltes  von  68°/o  und  des  hohen
Proteingehaltes  von  61  °/o  der  Preßrückstände
zur  technischen  Verwertung  eignen.  Das  Fett
hat  folgende  Kennzahlen:  Erstarrungspunkt  19
bis  20°,  Schmelzpunkt  30 0 ,  V.  Z.  200,2,  Jodzahl
59,7,  R.  M.  Z.  4,4.
Kanariensamen  (Kanariensaat,  Kanarienhirse,
  Glanz,  lat.  Semen  canariense.  frz.  Sentences ­
  de  Canarie,  engl.  Canary  seed),  die  Samen
des  kanarischen  Glanzgrases  (Phalaris  canarie ­
  nsis),  das  auf  den  Kanarischen  Inseln
heimisch  ist,  aber  auch  in  Südeuropa  wild  wächst
und  kultiviert  wird,  sind  von  strohgelber  Farbe
und  länglicher,  beiderseits  zugespitzter  Form.
In  Deutschland  wird  die  Frucht  im  Thüringischen, ­
  namentlich  in  der  Erfurter  Gegend,  angebaut ­
  und  nur  als  Vogelfutter  verwertet.  In
der  Technik  benutzt  man  den  aus  K.  Mehl  bereiteten ­
  Kleister  zum  Schlichten  feiner  Baumwollwaren,
  wozu  er  besser  als  Weizenmehl  geeignet ­
  sein  soll.
Kanarienwein  (Kanariensekt)  nennt  man
die  Weine  von  den  südkanarischen  Inseln  Kanaria,
  Teneriffa,  Palma,  Lanzerote,  Fuerterentura,
Gomera  und  Ferro,  die  bei  hohem  Alkoholgehalt
süßen  würzigen  Geschmack  besitzen.
Kanarin  (Canarin,  Persulfozyangelb).  ein
in  Wasser  und  Alkohol  unlösliches,  orangegelbes
Pulver,  Pseudoschwefelzyan,  das  durch  Behandlung ­
  von  Rhodankalium  mit  Chlor  oder  Salpetersäure ­
  erhalten  wird,  findet  im  Zeugdruck
Anwendung.
Kanaster  (vom  spanischen  Canasta,  der  Korb)
wird  meist  jeder  gute  Varinastabak  genannt,
obgleich  die  Bezeichnung  eigentlich  nur  der
feinsten  Sorte,  die  in  Körben  versandt  wird,  zukommt. ­
  Die  aus  amerikanischem  Rohr  geflochtenen ­
  Körbe  werden  unter  dem  Namen  Kanasterkörbe ­
  häufig  auch  für  Zucker  und  andere
Waren  benutzt.
Kandagang,  eine  ostindische  Bastfaser,  von
Hibiscus  eriocarpus.
Kanevas  nennt  man  verschiedene  Arten  von
leinenen,  halbleinenen  und  baumwollenen  Geweben. ­
  Leinener  K.  oder  Kanevasleinen  ist
entweder  starkes  Hemdenleinen  oder  gewöhnliche ­
  und  mit  starkem  Glanze  appretierte  Futterleinwand.
  Ebenso  bezeichnet  man  weiß  gestreiften
Vorhangzwillich  und  andere  dichte  Baumwollstoffe ­
  mit  Streifen,  Rippen  und  kleinen  Mustern
sowie  endlich  die  offenen  gegitterten  Gewebe,
welche  zu  Fliegenfenstern,  leichtem  Kleiderfutter
und  als  Stickereigrund  (Stramin)  benutzt  werden.
Kaninchenhaar,  ein  wichtiger  Stoff  für  die
Hutmacherei,  wird  entweder  von  den  Fellen
abgeschoren  oder  abgebeizt.  Hauptsächlich  dieser ­
  Haare  wegen  züchtet  man  die  weißen  angorischen
  Kaninchen  oder  Seidenhasen,  von
denen  jeder  200—250  g  reine  Haare  im  Jahr
liefern  kann.  Die  Haare  werden  den  Tieren
im  Sommer  monatlich,  im  Winter  nur  einmal
ausgekämmt  oder  gerupft  und  bilden  ein  außerordentlich ­
  weiches,  federndes  und  wärmendes
Material,  das  entweder  für  sich  oder  im  Gemisch